Ein Schüler meldet sich, während die Lehrerin an die Tafel schreibt.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Urlaubsflaute und wenig Personal

Ferienprogramm "Lernen mit Rückenwind" in BW läuft schleppend

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Das Ferien-Lernprogramm soll helfen, Corona-Defizite bei Schülerinnen und Schülern auszugleichen. Doch in den Pfingstferien herrscht eher Windstille - viele Schulen sind verwaist.

Schülerinnen und Schüler sollen ihre Lernlücken, die in der Corona-Pandemie entstanden sind, ausgleichen - helfen soll dabei das Ferien-Programm "Lernen mit Rückenwind". Doch im Moment ist dort eher wenig los. Die Gründe sind unterschiedlich.

Die Schenkensee-Gemeinschaftsschule in Schwäbisch Hall ist bei dem Thema fast schon eine Ausnahme - dort wird das Angebot in den Pfingstferien genutzt. Das Nachholen von Wissen ist dabei nur ein kleiner Aspekt von "Lernen mit Rückenwind". Denn in der Regel könne man nur langfristig an den Inhalten nacharbeiten, erklärt Schulleiter Friedrich Ortius. Er sieht die Programme in den Ferien mehr als Vorbereitung auf den Schulbetrieb und als Vertiefung des Stoffs.

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GEW: Zu wenig Personal für Ferien-Lernprogramm

Dass Schulleiter Ortius so ein Programm anbieten kann, ist aus Sicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eher ein Glücksfall. Für viele Schulen sei es zu schwer, Personal zu finden, sagt Gewerkschafter Michael Hirn, der selbst Schulleiter ist. "Das größte Problem besteht darin, dass es ein kurzfristiges Programm ist, wo auch nur kurzfristig verfügbares Personal gefunden werden kann." Eine Schule in einer großen Stadt tue sich da leichter als eine Schule im ländlichen Raum, bei der es nicht genügend Personal gebe. In dauerhaften Stellen wäre das Geld aus seiner Sicht besser angelegt gewesen.

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Kultusministerin Schopper bleibt positiv

Wie viel Geld genau das Land bisher in das Programm "Lernen mit Rückenwind" gesteckt hat, kann das Kultusministerium derzeit noch nicht sagen. Doch auch im Ministerium ist angekommen, dass in den Ferien gerade wenig los ist. Die Reiselust sei an Pfingsten wohl doch größer als die Lernlust, vermutet Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne). "Man sieht es ja auch im normalen Straßenverkehr in den U-Bahnen, dass da jetzt tatsächlich weniger Leute sitzen. Ich denke, nach den Pfingstferien wird es zum Teil wieder anlaufen."

Das Ferienprogramm sei auf zwei Jahre ausgerichtet. Schopper ist deshalb zuversichtlich, dass das Land die sozial-emotionalen, aber auch die Lernlücken in den Griff bekommt. Noch viel Zeit also für noch mehr Rückenwind.

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