Fachkräftemangel an Schulen

Tausende Lehrkräfte in BW während Sommerferien arbeitslos

STAND

4.000 Lehrkräfte in BW verlieren über die Sommerferien ihren Job - trotz Personalmangel an den Schulen. Dafür hat die Opposition im Landtag wenig Verständnis.

Die SPD hat am Donnerstag im Landtag den Lehrkräftemangel in Baden-Württemberg angeprangert. Besonders scharf kritisierte sie, dass 4.000 befristet angestellte Lehrerinnen und Lehrer im Land über die Sommerferien entlassen werden - obwohl sie danach wieder gebraucht werden.

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Demütigung für Lehrkräfte

Für die befristeten Lehrkräfte sei es Jahr für Jahr die gleiche Demütigung: Applaus unter dem Jahr für ihre wertvolle Arbeit und Ende Juli dann der Rauswurf, sagte der bildungspolitische Sprecher der SPD, Fulst-Blei. Er forderte die Landesregierung auf, diese Praxis endlich zu beenden.

Der Personalmangel werde dadurch verschärft, weil der Beruf unattraktiver gemacht werde. Grün-Schwarz wolle nicht einmal 15 Millionen Euro ausgeben, um die Lehrerinnen und Lehrer weiter zu beschäftigen. Die Werbekampagne "The Länd" habe das Land aber 21 Millionen Euro gekostet.

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FDP: Lehrkräfte keine Saisonkräfte

Die FDP-Abgeordnete Alena Trauschel betonte, Lehrerinnen und Lehrer seien keine Saisonkräfte, sondern hochqualifizierte Fachkräfte. Die AfD im Landtag verwies in dem Zusammenhang auf die finanzielle Unsicherheit der Betroffenen.

Kultusministerin weist Kritik zurück

Kultusministerin Theresia Schopper (Grüne) wies die Kritik scharf zurück. "Sie tun so, als wäre Holland in Not", entgegnete die Ministerin. 97 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer seien fest angestellt oder verbeamtet. Einige der befristet angestellten Lehrkräfte seien außerdem Pensionäre. Man werde bestimmten Lehrern, die schon lange an Schulen tätig seien, bei der Entfristung von Verträgen aber entgegenkommen. Schopper verwies auch auf die Kosten und die Haushaltsnöte.

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GEW für neue Investitionen

Die Bildungsgewerkschaft GEW setzt sich für ein Gesamtkonzept gegen den Fachkräftemangel und neue Investitionen ein.

In den vergangenen Jahren sei Bildung nicht gestaltet, sondern verwaltet worden, so die Gewerkschaft in einem Schreiben. "Wie sollen 1.945 Stellen in der Vertretungsreserve für eine gute Unterrichtsversorgung reichen, wenn ständig zwischen 5.000 und 7.000 Lehrkräfte wegen Schwangerschaften und auch wegen längerer Erkrankungen fehlen?", fragte Monika Stein, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Bereits 2012 hätte die Landesregierung die vorliegenden Zahlen des Statistischen Landesamtes ernst nehmen und sofort ausreichend Studienplätze schaffen sollen. Dann könnten jetzt, zum Schuljahresbeginn am 12. September, alle Stellen besetzt werden, so die GEW-Vorsitzende.

Schülerzahlen und Fachkräftemangel vorhersehbar

Die Pandemie und der Ukraine-Krieg waren nicht vorhersehbar, die Entwicklung der Schülerinnen- und Schülerzahlen und der Fachkräftemangel schon. Man erwarte, dass die grün-schwarze Landesregierung endlich den Ernst der Lage in Kitas und Schulen begreife und mit den notwendigen Investitionen im nächsten Landeshaushalt reagiere, so Stein weiter.

Die GEW schlägt kurzfristig unter anderem vor, durch eine Erhöhung der Altersermäßigung zu erreichen, dass Lehrkräfte länger arbeiten können. Befristet eingestellte Lehrkräfte bräuchten mindestens Einstellungszusagen für das nächste Schuljahr, um sie nicht zu verlieren.

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