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Die Grünen in Baden-Württemberg haben für Samstag weitere Gespräche mit SPD, FDP und CDU angekündigt. Wer künftig Koalitionspartner werden könnte, ist weiter offen.

Bislang seien intensive Gespräche geführt worden, teilten die Grünen mit. Die beiden Landesvorsitzenden Sandra Detzer und Oliver Hildenbrand sprachen in einer gemeinsamen Erklärung von einem "anregenden Gedankenaustausch". Sie unterstrichen, dass Klimaschutz, Innovation und Zusammenhalt zentrale Themen ihrer Politik seien. Am Samstag wollen sich die Grünen zunächst mit SPD und FDP und anschließend mit der CDU treffen.

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SPD hält Ampel-Koalition für möglich

Zuvor hatte die SPD erklärt, sie rechne damit, dass es schon bald Verhandlungen mit den Grünen und mit der FDP über die Bildung einer Ampel-Koalition geben könnte. SPD- und Fraktionschef Andreas Stoch zog nach den zweistündigen Gesprächen am Donnerstag eine positive Bilanz. Die Stimmung sei sehr gut gewesen, sagte der SPD-Politiker. Inhaltlich gehe es darum, ob das Gerüst der Gemeinsamkeiten tragfähig sei, so Stoch weiter.

Am Donnerstag waren die Grünen auch mit der CDU zusammengekommen. Ministerpräsident Kretschmann tauschte sich mit der CDU-Delegation um Landeschef Thomas Strobl über eine mögliche Fortsetzung der derzeitigen grün-schwarzen Regierungskoalition aus. Kretschmann ließ bisher noch nicht erkennen, welche Koalition er bevorzugt.

Grüne und FDP: Gespräche "außerordentlich positiv"

Am Mittwoch hatten sich FDP und Grüne zum zweiten Mal in Stuttgart zu Sondierungsgesprächen für eine mögliche Koalition getroffen. FDP-Landeschef Michael Theurer nannte die Gesprächsatmosphäre nach dem Treffen "außerordentlich positiv".

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"Wir sind uns in jedem Fall menschlich im Austausch näher gekommen", sagte Theurer. Man habe beispielsweise erläutert, warum den Liberalen Bürokratieabbau wichtig sei. Mit jedem Gespräch wachse die Vertrauensbasis, so Theurer. Die FDP-Teilnehmer würden "mit einem gutem Gefühl nach Hause gehen". Wenn es eine weitere Einladung der Grünen gebe, werde man sie annehmen. FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke, der die Grünen früher oft scharf kritisiert hatte, sagte, man habe nicht den Eindruck, dass es unüberbrückbare Gegensätze gebe. Auf die Frage, ob man sich auch inhaltlich näher gekommen sei, sagte Rülke, man habe "sicher an der ein oder anderen Stelle Kompromisse ausgelotet".

Michael Theurer (l-r), stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion, und Jochen Haußmann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP im Landtag von Baden-Württemberg, geben nach den Sondierungsgesprächen nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg vor dem Haus der Architekten ein Statement ab (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)
FDP und Grüne nach den Sondierungsgesprächen vor dem Haus der Architekten in Stuttgart. picture alliance/dpa | Marijan Murat

Kretschmann: "konstruktive" Gespräche

Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nannte das Gespräch mit der FDP, das eine Stunde länger dauerte als vorgesehen, konstruktiv. Er kündigte weitere Gespräche für kommende Woche an. Laut Grünen-Fraktionschef Schwarz soll es auch gemeinsame Gespräche von Grünen, SPD und FDP geben. Denn für den Fall einer Ampelkoalition müsse man auch zu dritt sondieren, so Schwarz. Die Grünen haben die Wahl zwischen einer Neuauflage von Grün-Schwarz und einer sogenannten Ampelkoalition mit SPD und FDP.

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