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Immer mehr Landkreise in Baden-Württemberg übersteigen die Inzidenzen von 50 oder 100. Damit müssen sie erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen zurücknehmen. Welche Kommunen und Kreise sind derzeit betroffen?

In einigen Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg sind aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen wieder strengere Regeln verkündet oder bereits erlassen worden. Ein Überblick.

Göppingen verschärft Maßnahmen

Drei Tage in Folge sind die Inzidenzwerte im Kreis Göppingen auf über 100 gestiegen - deshalb gelten dort von Freitag an strengere Corona-Regeln. So darf zu einem Haushalt nur noch eine weitere nicht im Haushalt lebende Person hinzukommen, teilte das Landratsamt mit. Der Einzelhandel muss wieder schließen, ausgenommen das sogenannte Click-and-Collect. Schließen müssen auch Museen und Galerien. Weiterhin erlaubt sind medizinisch notwendige Behandlungen und der Friseurbetrieb, untersagt dagegen körpernahe Dienstleistungen wie Massagen. Der Schul- und Kita-Betrieb soll nicht eingeschränkt werden. Zur Kontaktnachverfolgung wird die Bundeswehr wieder das Gesundheitsamt unterstützen.

Verschärfte Regeln im Landkreis Emmendingen

Im Landkreis Emmendingen greifen ab sofort verschärfte Corona-Regeln. Damit müssen Sportanlagen, Museen sowie zoologische und botanische Gärten wieder schließen. Der Einzelhandel darf auch nach vorheriger Terminvereinbarung nicht mehr öffnen. Ebenso sind körpernahe Dienstleistungen, wie Besuche in Kosmetik- oder Massagestudios, untersagt. Davon ausgenommen sind Friseure und Barbershops.

Auch der Hohenlohekreis rudert zurück

Im Hohenlohekreis treten ab Dienstag wieder verschärfte Regelungen in Kraft. Zum Beispiel gelten erweiterte Kontaktbeschränkungen. Außerdem muss der Einzelhandel komplett schließen, darf auch nicht für Kunden mit Terminvereinbarung öffnen. Das Landratsamt weist aber darauf hin, dass es keine nächtlichen Ausgangsbeschränkungen gibt.

Zwölf Landkreise mit einer Inzidenz über 100

Landesweit wiesen am Dienstag zwölf Stadt- und Landkreise mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche auf: Alb-Donau-Kreis (118,7), Landkreis Emmendingen (102,8), Landkreis Esslingen (112,0), Landkreis Göppingen (101,9), Hohenlohekreis (109,2), Landkreis Konstanz (102,0), Landkreis Rastatt (142,6), Landkreis Schwäbisch Hall (251,6), Landkreis Sigmaringen (108,5), Landkreis Tuttlingen (103,0) und die Stadtkreise Karlsruhe (103,8) und Mannheim (114,6).

Kreis Freudenstadt verschärft nun doch

Im Kreis Freudenstadt gelten ab Donnerstag, 18. März, strengere Regeln. Es dürfen sich fünf Personen aus maximal zwei Haushalten treffen. Der Einzelhandel darf nur noch "Click-and-Meet" oder "Click-and-Collect" anbieten. Musik- und Kunstschulen müssen wieder schließen. Zurückgenommen werden zudem Lockerungen zum Sport im Freien und in geschlossenen Räumen. Auch beim Besuch von zoologischen und botanischen Gärten gelten wieder verschärfte Regeln. Weiterhin geöffnet bleiben Baumärkte, Blumenläden, Gartenmärkte und -center, Buchhandlungen, Friseurbetriebe sowie Kosmetik-, Nagel- Piercing- und Tattoostudios. "Ich bedauere diese Entwicklung sehr, aber leider lässt uns die Corona-Verordnung keine andere Wahl, als die am vergangenen Montag in Kraft getretenen Lockerungsschritte wieder zurückzunehmen", so Landrat Micheal Rückert am Dienstag in einer Mitteilung.

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Karlsruhe wartet ab

Neben den Kreisen, die bereits Maßnahmen verkündet haben, betrifft dies auch die Kreise Esslingen und Tuttlingen, sowie die Stadt Karlsruhe. Dort wurde die Schwelle von 100 allerdings noch nicht an drei Tagen in Folge überschritten, am Montag lag sie wieder unter der 100er-Marke. Die Stadt Karlsruhe will am Dienstag gemeinsam mit dem gleichnamigen Landkreis über ein weiteres Vorgehen entscheiden. Ziel sei ein gemeinsamer Weg, sagte Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD), da der Landkreis die Stadt quasi umfasst und viele Pendler täglich die Grenzen überschreiten. Unterschiedliche Regeln seien wenig hilfreich. Frühestens ab Donnerstag sollten schärfere Maßnahmen gelten. Da die Stadt zwei Tage in Folge über der 100er-Inzidenz lag, hat der Karlsruher Zoo bereits vorsorglich den Ticketverkauf gestoppt.

Mannheim und Rastatt verschärfen

Auch Mannheim hat drei Tage in Folge den Sieben-Tage-Inzidenzwert von 100 überschritten. Laut der Verordnung des Landes Baden-Württemberg gelten von Dienstag an strengere Corona-Regeln. Private Treffen sind dann wieder nur mit einer Person aus einem anderen Haushalt erlaubt, Museen und Bibliotheken bleiben geschlossen und ebenso werden Lockerungen im Breitensport zurückgenommen. So muss beispielsweise die Mannheimer Kunsthalle ab Dienstag wieder schließen. Sie hatte nur eine knappe Woche geöffnet. Auch "Click & Meet“ ist nicht mehr möglich, also ein Ladenbesuch nach vorheriger Anmeldung.

Rhein-Neckar-Kreis nimmt Lockerungen zurück

Auch der Rhein-Neckar-Kreis verschärft ab Mittwoch wieder die Corona-Regeln. Unter anderem gilt im Einzelhandel wieder Termin-Shopping. Museen, Galerien, Zoos und botanische Gärten dürfen nur mit vorheriger Buchung besucht werden.
Kontaktarmer Freizeitsport ist nur noch mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten erlaubt. Auch Musik- und Kunstschulen müssen wieder schließen.

In Rastatt liegt die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei 132 pro 100.000 Einwohnern. Auch hier werden ab Dienstag die Kontaktbeschränkungen verschärft, Museen geschlossen und der Einzelhandel darf nur noch "Click & Collect" anbieten.

Im Alb-Donau-Kreis werden ab Mittwoch die Regeln wieder verschärft. So gilt etwa im Einzelhandel wieder das Bestell- und Abholprinzip "Click and Collect". Auch im Ostalbkreis gelten bald strengere Regeln.

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Kreise über 50er-Inzidenz

In Baden-Baden lag die Inzidenz drei Tage am Stück über 50, hier wird der Einzelhandel voraussichtlich auf Terminshopping umstellen müssen. In Pforzheim ist der Einzelhandel noch geöffnet, allerdings steigen auch hier die Zahlen.

Auch im Landkreis Calw müssen die Geschäfte ab diesem Montag wieder schließen und dürfen nur noch Kunden mit vorheriger Anmeldung hineinlassen. Grund ist auch hier, dass der Inzidenzwert seit drei aufeinander folgenden Tagen den Wert von 50 übersteigt. Landrat Helmut Riegger (CDU) kritisiert die Regelung. Die reinen Inzidenzwerte sollten nicht ausschlaggebend für Lockerungen sein, sondern diese Gesamtsituation. Der kleinteilige Einzelhandel sei nicht die Ursache für die steigenden Infektionszahlen, so der Landrat.

Auch im Stadt und Landkreis Heilbronn werden wegen Inzidenzen über 50 Lockerungen zurück genommen. Im Landkreis Heilbronn sind die Geschäfte ab Dienstag nicht mehr regulär geöffnet. Kunden müssen Termine vereinbaren.

Auch in Tübingen steigen die Infektionszahlen

Wegen steigender Infektionszahlen - aber auf deutlich niedrigerem Niveau - muss auch der Landkreis Tübingen Lockerungen zurücknehmen. Weil die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohnern an drei Tagen in Folge über 35 lag, werden dort Lockerungen im Bereich der privaten Kontakte ab diesem Dienstag zurückgenommen.

Sigmaringen spricht von Clustern

Im Landkreis Sigmaringen liegt die Inzidenz zwar bereits seit vier aufeinanderfolgenden Tagen über 100. Dennoch entschied man sich am Montagnachmittag gegen entsprechende Maßnahmen und teilte mit: "Grund ist ein abgrenzbares Ausbruchsgeschehen in einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge, das einen wesentlichen Beitrag am Infektionsgeschehen leistet."

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