Baden-Württemberg

Landessozialgericht: Keine Kostenübernahme für Brust-Entfernung bei nicht-binärer Person

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Eine Person, die sich weder als Frau noch als Mann identifiziert, hat keinen Anspruch auf Kostenerstattung für die operative Entfernung ihrer Brüste. Es bestehe kein Anspruch auf Behandlungsmaßnahmen, die darauf abzielen, die Uneindeutigkeit der äußeren Geschlechtsmerkmale zu erhöhen, entschied das baden-württembergische Landessozialgericht in einem am Montag veröffentlichten Urteil. Zudem gebe es kein typisches Erscheinungsbild bei nicht-binären Personen, das zur Herstellung der Übereinstimmung von Geschlecht und Geschlechtsidentität angeglichen werden könnte. Geklagt hatte eine 24-jährige Person, die mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen geboren wurde und daher personenstandsrechtlich ursprünglich als weiblich registriert war. Sie beantragte im Dezember 2019 bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse die Übernahme von rund 5.000 Euro für eine operative Entfernung ihrer Brüste. Dies wurde mit der Begründung abgelehnt, dass ein Transsexualismus nicht belegt sei und weder eine Alltagserprobung noch eine psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung von mindestens 18 Monaten Dauer durchgeführt worden war.

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AUTOR/IN
SWR