Förderung des kulturellen Erbes in Baden-Württemberg Landesregierung stellt "Keltenkonzept" vor

Die Landesregierung will das historische Erbe der Kelten in Baden-Württemberg sicht- und erlebbar machen. Ein landesweites Konzept soll die Attraktivität keltischer Fundstätten für Besucher steigern.

Außenansicht von Nachbauten der keltischen Heuneburg (Foto: dpa Bildfunk, Fotograph: Patrick Seeger)
Die Heuneburg bei Sigmaringen, eine der bedeutensten keltischen Fundstätten in Europa, wird in Zukunft durch das Keltenkonzepts der Landesregierung gefördert. Fotograph: Patrick Seeger

Bereits im Oktober hatte die Landesregierung dem Wissenschaftsministerium den Auftrag erteilt, zusammen mit anderen Ministerien Finanzierung und Details des so genannten Keltenkonzepts zu erarbeiten. Heute wurde das Konzept offiziell auf den Weg gebracht und auf einer Pressekonferenz vorgestellt.

Keltischer Fürstensitz als Erlebniszentrum

Im Zentrum des Konzepts steht die Heuneburg, ein ehemaliger keltischer Fürstensitz im Landkreis Sigmaringen. Im 6. Jahrhundert vor Christus war sie ein wichtiges wirtschaftliches und politisches Machtzentrum. Heute gilt die Heuneburg als eine der ältesten und bekanntesten keltischen Fundstätten in Mitteleuropa. Die Funde sind von internationaler Bedeutung. Zu ihnen zählt ein Fürstinnengrab mit reichen Schmuckbeigaben. Der Landkreis Sigmaringen will die Heuneburg zu einem Erlebniszentrum ausbauen. Im neuen Museumsgebäude könnte unter anderem der Goldschmuck der Keltenfürstin ausgestellt werden. Bei der Finanzierung soll das Projekt der Landesregierung mit einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag helfen.

Goldfibel aus dem Keltengrab der Heuneburg (Foto: dpa Bildfunk, Fotographin: Franziska Kraufmann)
Soll im Erlebniszentrum Heuneburg ausgestellt werden: Goldschmuck einer Keltenfürstin. Fotographin: Franziska Kraufmann

Förderungen in Millionenhöhe

Auch bei 15 weiteren keltischen Fundstätten in Baden-Württemberg prüft das Wissenschaftsministerium, ob sie in das Konzept der Landesregierung einbezogen werden und Förderungen in Millionenhöhe erhalten. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte am Dienstag in Stuttgart: "Gerade in einer Gesellschaft, die nach Zusammenhalt sucht, ist sowas enorm wichtig. Was ist unsere Geschichte? Was sind unsere Wurzeln? Wo kommen wir her, wo wollen wir hin?"

Neben dem Fürstengrab von Hochdorf bei Ludwigsburg könnten auch die Albgemeinden Erkenbrechtsweiler, Grabenstetten und Hülben an der Kreisgrenze von Esslingen und Reutlingen von der Unterstützung profitieren. Auf ihrer Gemarkung lag einst die größte keltische Siedlung in Europa, der so genannte Heidengraben. Nach achtjähriger Planung wollen die Gemeinden nun einen Kelten-Erlebnispfad mit Aussichtsturm eröffnen, der vor allem mehr Touristen in die Region locken soll. Für die Finanzierung sind sie auf die Landesregierung angewiesen.

Die Kelten prägten das heutige Baden-Württemberg im 6.- 4. Jahrhundert vor Christus. Im ganzen Land gibt es eine große Zahl an bedeutenden Fundorten.

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