Traktor sprüht Unkrautvernichtungsmittel (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)

Nach langem Streit BW-Landesregierung einigt sich auf weniger Pestizide

Monatelang haben sie diskutiert und sich jetzt geeinigt: Die grün-schwarze Landesregierung will in Zukunft weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen und den Ökolandbau ausweiten.

Nach Monaten haben sich Umweltminister Franz Untersteller (Grünen) und Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) in Sachen Ökolandbau auf ein gemeinsames Ziel verständigt. Das geht aus einer Kabinettsvorlage hervor, die dem SWR vorliegt.

Die beiden Minister schlagen vor, die Menge der Pflanzenschutzmittel bis 2030 maximal um die Hälfte zu reduzieren. Außerdem wollen sie den Anteil der ökologischen Landwirtschaft von derzeit 14 auf 30 bis 40 Prozent erhöhen.

Strengere Regeln als in Bayern

Diese Pläne würden bedeuten, dass Baden-Württemberg den Einsatz von Pestiziden noch strenger regelt als Bayern. Dort gilt seit Anfang August ein Artenschutzgesetz. Dieses schreibt den Bauern jedoch nicht genau vor, welche Pestizid-Menge sie reduzieren müssen.

Über eine Strategie zur Verminderung von Pestiziden hatte es in der grün-schwarzen Landesregierung Differenzen gegeben, da die Vorschläge von Landwirtschaftsminister Hauk dem grünen Umweltminister nicht weit genug gingen. Jetzt hat Hauk nachgelegt.

Umweltverbände begrüßen den Kompromiss

Nach Einschätzung des Umweltverbandes BUND ist dieser Schritt auf das geplante Volksbegehren für mehr Artenschutz zurückzuführen. Es habe den nötigen Druck erzeugt und sei somit jetzt schon ein Erfolg. Der BUND und andere Umweltverbände begrüßen den Pestizid-Kompromiss: Er sei ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings würden die Forderungen des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" noch weiter gehen.

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