Ein Auszubildender schraubt an einer Schalterleiste. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Daniel Bockwoldt)

Fachkräftenachwuchs sichern

Zur Ausbildung von Migranten: BW verlängert "Kümmerer"-Programm

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Das Land will Geflüchtete bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz weiter unterstützen. Deshalb verlängert es das "Kümmerer"-Programm. Kostenpunkt: 3,7 Millionen Euro.

Baden-Württemberg will das sogenannte Kümmerer-Programm in den kommenden zwei Jahren fortführen, bei dem Migrantinnen und Migranten bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz Unterstützung bekommen. Das teilte das Wirtschaftsministerium am Dienstag mit.

Dafür würden weitere 3,7 Millionen Euro für die Integration von Zugewanderten in Ausbildung bereitgestellt. Zuerst hatten die "Heilbronner Stimme" und der "Südkurier" berichtet. Gefördert werden den Angaben zufolge 37,5 "Kümmerer"-Vollzeitstellen. Sie sind 22 Kammern, Landkreisen und Bildungsträgern zugeordnet.

Wer einen Handwerker braucht, merkt: Es gibt zu wenige Fachkräfte. Die Bundesregierung will deswegen, zumindest für manche Bereiche, die Zuwanderung von Menschen auch aus Nicht-EU-Ländern erleichtern. Mehr dazu im Radiobeitrag vom 21.7.2022:

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"Kümmerer" sollen den Fachkräftenachwuchs sichern

Die "Kümmerer" vermitteln seit 2016 junge Menschen in für sie geeignete Praktika, Qualifizierungen und Ausbildungen. Damit helfen sie, "den Fachkräftenachwuchs zu sichern und junge zugewanderte Menschen gesellschaftlich zu integrieren", sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) laut Mitteilung. Bereits über 3.400 Teilnehmer an dem Programm hätten eine Ausbildung begonnen. Bis April 2022 seien rund 7.500 Zugewanderte durch "Kümmerer" begleitet worden.

Den Zeitungen zufolge wurden dabei bisher Ausbildungen im Verkauf des Einzelhandels am häufigsten vermittelt. Danach folgten Ausbildungen etwa zur Kraftfahrzeugmechatronikerin, zum Koch, zur Maschinen- und Anlagenführerin und zum Fachlagerist. Demzufolge kommen 85 Prozent der Programmteilnehmer aus den Hauptasylherkunftsländern, darunter Syrien (37 Prozent), Afghanistan (16 Prozent) und Gambia (9 Prozent).

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