Kritik an Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Schulöffnung nach Corona-Lockdown

Opposition kritisiert Eisenmann wegen Umsetzung des Präsenzunterrichts

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Die Opposition im Landtag kritisiert Kultusministerin Eisenmann. Sie lasse die Schulen bei der Umsetzung des Präsenzunterrichts für die Klassen 5 und 6 alleine.

Ab 15. März sollen an den weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 wieder im Präsenzunterricht in die Schulen gehen. Dabei müssen sie auch die Abstandsregeln einhalten. Darüber hat Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) die Schulen am Freitag informiert. Wie die Schulen das organisieren sollen, ist allerdings nicht ganz klar.

Wie kann die Aufsichtspflicht gewährleistet werden?

SPD-Chef Andreas Stoch sagte, niemand wisse, wie das organisiert werden solle. Unklar sei etwa, wie die Aufsichtspflicht gewährleistet werden soll, wenn Lehrerinnen oder Lehrer in zwei Räumen gleichzeitig unterrichten. FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke sagte der Deutschen Presse-Agentur, offensichtlich seien die Konsequenzen der vollständigen Rückkehr nicht bedacht worden. Ob überall ausreichend große Räume zur Verfügung stehen, sei sehr zweifelhaft.

Das schreibt Stoch auf Twitter dazu

Ministerium spricht von schulorganisatorischen Spielräumen

Das Kultusministerium sieht die Schulen vor Ort in der Pflicht. Eine Sprecherin sagte der Deutschen Presse-Agentur, "da die Schulgebäude in weiten Teilen derzeit noch leer stehen, bestehen vor Ort schulorganisatorische Spielräume, um den Abstands- und Hygieneregeln Rechnung zu tragen. Sind die nutzbaren Räume groß genug, müssen die Klassen dafür nicht zwingend geteilt werden." Die Teilung und Verteilung auf unterschiedliche Räume sei durchaus möglich. Wie Schülerinnen und Schüler gleichzeitig in mehreren Räumen betreut werden sollen, erläuterte die Sprecherin nicht.

Auch der Koalitionspartner stellt Forderungen

Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz forderte Kultusministerin Eisenmann auf, sicherzustellen, dass die AHA-Regeln eingehalten werden. Und die Ministerin müsse sicherstellen, dass bei einer Klassenteilung auch die Kinder im zweiten Klassenzimmer betreut würden, so Schwarz.

Der Philologenverband hatte die Vorgabe des Ministeriums ebenfalls kritisiert. Verbandschef Ralf Scholl sagte der Deutschen Presse-Agentur, er frage sich, wie das gehen solle, dass die Lehrkräfte in mehreren Räumen gleichzeitig unterrichten sollen. "Die Aufsichtspflicht ist dann wohl aufgehoben."

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