Schüler sitzen im Klassenzimmer. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Kritik nach Neuregelung in Baden-Württemberg

Wegfall der Maskenpflicht an Schulen: Gewerkschaften sehen großes Risiko

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In Baden-Württemberg müssen Schüler und Lehrende ab sofort im Klassenzimmer unter bestimmten Voraussetzungen keine Maske mehr tragen. Dafür hagelt es nun starke Kritik.

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Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 liegt, müssen Schülerinnen und Schüler im Land ab Montag im Unterricht keine Maske mehr tragen. Das sorgt nun für Kritik und Unverständnis. Die neue Regelung betrachte man mit "Bauchgrimmen", erklärte beispielsweise ein Sprecher des Verbands Bildung und Erziehung gegenüber dem SWR. Die Kinder seien nicht geimpft und im Unterricht könne kein Abstand gehalten werden, dazu komme die Ausbreitung der Delta-Variante, sagte er.

GEW-Chefin fordert sichere Schulen

Auch die Bildungsgewerkschaft GEW erneuerte ihre Kritik. Es wäre besser gewesen, bis zu den Sommerferien noch fünf Wochen durchzuhalten, als das Risiko einer Infektion einzugehen. "Ich möchte nicht, dass Präsenz gefährdet wird. Und ich möchte nicht, dass Familien auf engem Raum in Quarantäne leben müssen", sagte GEW-Landeschefin Monika Stein.

Die Ansteckungszahlen in den Schulen seien in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Es sei trotz der allgemein sinkenden Inzidenzen fahrlässig, die Erfolge bei der Corona-Bekämpfung aufs Spiel zu setzen. Stein argumentierte, es gebe Hinweise, dass Kinder und Jugendliche die Delta-Variante schneller übertragen könnten.

Nach den Sommerferien sei voraussichtlich auch der Großteil der Eltern geimpft. Auch deshalb sei es sinnvoll, die Maskenpflicht zunächst beizubehalten. Sie forderte die grün-schwarze Landesregierung auf, die Schulen endlich mit Luftreinigungsgeräten auszurüsten. "Das Land muss dafür sorgen, dass die Schulen sicher sind", sagte Stein. Die grün-schwarze Landesregierung müsse die Kommunen als Schulträger dabei finanziell unterstützen.

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Schopper befürwortet Maskenpflicht weiterhin

Die neue Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) verteidigte den Wegfall der Maskenpflicht im Unterricht. Lehrkräfte seien mittlerweile fast vollständig geimpft und es gebe großflächige Testungen an den Schulen. Außerdem habe man die Ausbreitung der Delta-Variante im Blick, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag dem SWR. Bei einer Corona-Infektion an einer Schule müssten die Masken im Klassenzimmer wieder aufgesetzt werden.

Die neuen Regelungen besagen, dass bei einer Unterschreitung der Sieben-Tage-Inzidenz von 50 in einem Stadt- oder Landkreis die Maskenpflicht an Schulen im Freien entfalle.

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