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Der Lockdown zur Eindämmung des Coronavirus sorgt bei Schülern, Eltern, Lehrern und Schulleitern für Frust. Denn vieles, was im Fernunterricht in der Theorie funktionieren sollte, fällt in der Praxis durch.

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Die Vereinigung der Schulleiterinnen und Schulleiter in Baden-Württemberg hat dem Kultusministerium vorgeworfen, die Schulen in Fragen des Online-Unterrichts im Corona-Lockdown im Stich zu lassen.

Im ganzen Land würden sich Schulleitungen und Lehrkräfte fragen, warum jede Schule sich eigene Wege und Möglichkeiten suchen müsse, digitalen Online-Unterricht zu gestalten. Zudem verstehe man nicht, wieso es unmöglich sei, eine "gut funktionierende Bildungsplattform für alle Schulen" zur Verfügung zu stellen, teilte der Vorstand der Vereinigung am Montag mit. Als Resümee fragen die Schulleiter schriftlich: "Warum lässt das Land die Schulen bei dieser großen Herausforderung allein?"

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Schlechter Online-Unterricht? Verantwortliche fühlen sich alleingelassen

Die Vereinigung wehrt sich zudem gegen den Eindruck in der Öffentlichkeit, Schulleitungen und Lehrer seien nicht in der Lage, Online-Unterricht zu geben. "Die meisten Schulen kommen mittlerweile sehr gut mit digitalen Medien zurecht und haben bereits vieles in Eigenregie auf den Weg gebracht", heißt es weiter. Das Problem seien vielmehr die technischen Rahmenbedingungen und fehlende Hilfsangebote. Ohne Eigeninitiative gehe nichts, denn von der Kultusverwaltung sei "nahezu keine fachliche Unterstützung" zu erwarten.

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Lehrerinnen und Lehrer machten Videokonferenzen häufig mit eigens dafür angeschafften und privat finanzierten Laptops. Sie bildeten sich selbst fort und seien im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. "Angebote in der Lehrerfortbildung sind hingegen Mangelware." Noch im August hatte es nach einem Treffen im Bundeskanzleramt geheißen, Dienstlaptops für die 800.000 Lehrer in Deutschland anschaffen zu wollen. Bis heute ist dies jedoch nicht passiert.

Noch immer keine Dienstlaptops für Lehrer

Das baden-württembergische Kultusministerium twitterte dazu am Montag, dass die dazu notwendigen Vorarbeiten abgeschlossen seien. Da dies aber noch nicht in allen Bundesländern passiert sei, könne das versprochene Geld des Bundes aktuell noch nicht fließen.

Das twittert das Kultusministerium zur Frage um Dienstlaptops für Lehrer

In einem weiteren Punkt empfinden die Schulleitungen "umständliche bürokratische Hürden" als besonders ärgerlich. Diese würden es nahezu aussichtslos machen, Schulen mit einem Glasfaseranschluss auszurüsten. Problematisch sei die Wartung der Computer und der digitalen Infrastruktur. Auch hier würden die Schulen "sehr häufig allein gelassen".

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Es sei zudem absehbar gewesen, dass die Server für die Lernplattform Moodle überlastet seien. "Umso ärgerlicher ist es, dass es die Verantwortlichen in der Kultusverwaltung in den vergangenen Monaten versäumt haben, die notwendigen Vorkehrungen zu treffen, damit solche Pannen nicht passieren." Zum Start des Homeschoolings sorgten Ausfälle und Störungen bei zahlreichen Schülern, Eltern, Lehrern und Schulleitungen für Ärger. Das Kultusministerium hatte dies unter anderem mit einem Angriff auf entsprechende Server erklärt und zudem Berichten von landesweiten Ausfällen widersprochen.

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