STAND

Das Tübinger Unternehmen Curevac entwickelt einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Doch offenbar gibt es jetzt weitere Verzögerungen im Zulassungsprozess.

Seit dieser Woche kann fast jeder Impfwillige in Baden-Württemberg versuchen, einen Termin in einem Impfzentrum zu ergattern. Das Land folgt mit der Aufhebung der Impfreihenfolge der Linie des Bundes. Allerdings sind Impfstoffe immer noch knapp und eine neue Entwicklung könnte die Impferfolge des Landes gefährden.

Lucha: "Curevac-Impfstoff erst im August zulassungsfähig"

Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) berichtete in einer Pressekonferenz der Landesregierung von einer Äußerung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU): "Der Bundesgesundheitsminister hat uns vorgestern in der Gesundheitsministerkonferenz mitgeteilt, dass der Curevac-Impfstoff in der derzeitigen Situation leider erst realistisch im August zulassungsfähig appliziert werden kann oder zugelassen wird."

Eine Sprecherin der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA sagte auf Anfrage, dass man den Zulassungsprozess für einzelne Impfstoffe nicht kommentiere. Das Tübinger Unternehmen Curevac war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Auch Gesundheitsminister Lucha konnte keine genauen Gründe nennen: "Die Rückmeldung, die wir haben, ist, dass es mit einer außerhalb Europas durchgeführten Studie Komplikationen gibt."

Landesgesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) (Foto: SWR)
Landesgesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) sprach von Komplikationen bei der Zulassung des Curevac-Impfstoffes.

Curevac hatte ursprünglich mit einem Zulassungsantrag für seinen Impfstoff noch im zweiten Quartal gerechnet. Derzeit sammelt die Firma noch Wirksamkeitsdaten in der entscheidenden klinischen Studie mit dem Vakzin. Curevac hatte zuletzt erklärt, diese im Juni zu erwarten. Die Zulassung bei der EMA solle dann "schnellstmöglich" beantragt werden.

So hatte "SWR Aktuell Baden-Württemberg" am 4. Juni über den Stand bei Curevac berichtet:

Video herunterladen (6,3 MB | MP4)

Die Europäische Union hat sich von dem Curevac-Impfstoff bis zu 405 Millionen Dosen gesichert. Das Bundesgesundheitsministerium hat den Impfstoff dieses Herstellers allerdings nicht mehr in seinen auf der Homepage veröffentlichten Lieferplanungen für 2021 aufgeführt.

Curevac, Novavax oder Sanofi GSK Diese Corona-Impfstoffe könnten bald bereitstehen

Die europäische Impfkampagne ist in vollem Gange. Aber nicht jeder Impfwillige bekommt einen Termin. Diese Impfstoffkandidaten könnten helfen, die Nachfrage zu decken.  mehr...

Delta-Variante "noch nicht dreistellig"

Verhältnismäßig gute Nachrichten konnte Minister Lucha hingegen mit Blick auf die Eingrenzung der Delta-Variante des Coronavirus verkünden. Die Mutante, die bislang als "indische Variante" bezeichnet wurde, sei "noch nicht dreistellig".

"Wir haben jetzt ein kleines Cluster in Heidenheim, ausgehend von einer größeren Familie. Da haben wir alle Infektionsketten eingegrenzt."

Medizin Coronavirus-Mutanten breiten sich auch in Deutschland weiter aus

Fast die Hälfte der Coronainfektionen werden durch die ansteckenderen Virusvarianten ausgelöst. Das geht aus einem Bericht des RKI zur Verbreitung der Varianten in Deutschland hervor.  mehr...

Kretschmann zur Corona-Lage in BW

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) betrachtet die Corona-Lage im Land nicht ganz ohne Sorge. Die Situation sei zwar aktuell gut, aber "wir sind noch nicht über den Berg", warnte Kretschmann.

Stuttgart, Mainz, Berlin

COVID-19: Impfungen im Südwesten Corona-Impfen: Aktuelle Zahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz

In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wird seit Ende Dezember gegen das Coronavirus geimpft. Hier finden Sie die aktuellen Impfzahlen.  mehr...

Mehr zum Thema

"Wir sind noch in der Pandemie" Kretschmann warnt vor Leichtsinn in Corona-Krise

Die Corona-Inzidenzen sinken: Immer mehr Landkreise in Baden-Württemberg liegen mit ihrer Sieben-Tage-Inzidenz unter 35. Ministerpräsident Winfried Kretschmann warnt trotzdem vor Leichtsinn.  mehr...

Baden-Württemberg

Impfzentren weiter nicht ausgelastet Sozialministerium beklagt anhaltenden Mangel an Corona-Impfstoff

Die Impfzentren in Baden-Württemberg laufen nicht unter Volllast: zu wenig Impfstoff. Laut dem Landessozialministerium wurde die Hoffnung auf größere Lieferungen nicht erfüllt.  mehr...

Priorisierung seit Montag auch in Impfzentren aufgehoben Warum sich eben nicht alle in Baden-Württemberg impfen lassen können

Eigentlich sollten sich in den Impfzentren ab sofort alle gegen Corona impfen lassen können. Doch es gibt weiterhin zu wenig Impfstoff - und bei Kindern und Jugendlichen machte die Landesregierung einen Rückzieher.  mehr...

Baden-Württemberg

Impfzentren nicht unter Volllast, Arztpraxen überrannt Streit um Impfstoff-Verteilung: Spahn weist Kritik aus Baden-Württemberg zurück

Lässt der Bund das Land bei den Impfstoff-Lieferungen hängen? Bundesgesundheitsminister Spahn will sich den Vorwurf nicht gefallen lassen und moniert die Aufhebung der Priorisierung in Baden-Württemberg.  mehr...

Baden-Württemberg

Das Coronavirus und die Folgen für das Land Live-Blog zum Coronavirus in BW: Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 15,6

Das Coronavirus beeinflusst den Alltag der Menschen im Land. Im Live-Blog fassen wir die neuesten Entwicklungen rund um die Pandemie und die Beschränkungen zusammen.  mehr...

Curevac, Novavax oder Sanofi GSK Diese Corona-Impfstoffe könnten bald bereitstehen

Die europäische Impfkampagne ist in vollem Gange. Aber nicht jeder Impfwillige bekommt einen Termin. Diese Impfstoffkandidaten könnten helfen, die Nachfrage zu decken.  mehr...

STAND
AUTOR/IN