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Wie geht es in der Corona-Krise weiter? Nach dem Treffen mit der Kanzlerin in Berlin mahnt Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) weiter zur Vorsicht.

Zum ersten Mal seit Mitte März haben am Mittwoch die Länderchefs mit der Kanzlerin von Angesicht zu Angesicht zusammen gesessen und über das weitere Vorgehen beraten. Mit dabei war auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).

SWR: Herr Kretschmann, ihr bayerischer Kollege Markus Söder (CSU) hat nach dem Treffen gesagt, es sei deutlich harmonischer und entspannter gewesen als bei den Videokonferenzen in den letzten Monaten. Macht das Zusammensitzen so eine Besprechung auch für Sie viel einfacher und angenehmer?

Winfried Kretschmann: Ja, gar keine Frage. Das persönliche Gegenüber, dass man auch mal spontan was rufen oder dazwischen sagen kann, das macht natürlich so eine Diskussion lebendiger, als wenn man den anderen nur über den Bildschirm sieht - wo man dann eine halbe Stunde warten muss, bis man was zu dem sagen kann, was ein anderer gesagt hat. Das ist jetzt wieder eine normale Besprechungsrunde: Man schaut sich ins Gesicht, man kennt sich. Das ist natürlich eine ganz andere Atmosphäre.

Kommen wir zu den Ergebnissen ihres Treffens: Unter anderem Großveranstaltungen bleiben bis Oktober verboten und die Hygiene- und Abstandsregeln gelten weiter. Sind wir damit noch für längere Zeit im Ausnahmemodus?

Die allermeisten Tätigkeiten, die wir so machen, sind ja jetzt wieder erlaubt. Es sind praktisch nur noch Großveranstaltungen verboten, bei denen man eine Infektion nicht oder nur sehr schwer nachverfolgen kann. Großveranstaltungen, wie zum Beispiel eine Messe, wo man nachverfolgen kann und wo die Hygieneregeln eingehalten werden können, die werden wir schon unter bestimmten Umständen erlauben. Aber eine Kirmes oder ein Volksfest sind eben weiter nicht erlaubt bis mindestens Ende Oktober.

Die Länder können solche Corona-Regeln ja selbst ausgestalten. Wollen Sie sie denn in Baden-Württemberg etwas strenger fassen als andere?

Die Unterschiede waren ja mehr der Zeitpunkt und die Geschwindigkeit, mit der wir was geöffnet haben. Aber die Regeln, die waren überall sehr ähnlich. Da waren keine großen Unterschiede. Wir sind da, glaube ich, inzwischen ziemlich im Gleichklang. Nur: Dass wir Maskenpflicht abschaffen und nur noch an die Leute appellieren, das zu tragen - das werden wir allerdings nicht machen. Einige Länder wollen das ja machen, wie Thüringen. Das werden wir nicht machen. Abstandsregeln, Mundschutz und Händewaschen - das sind die grundlegenden Regeln, die wir haben, und die müssten auch weiter beachtet werden. Und diese Tracing-App erleichtert die Nachverfolgung, wenn es zu einer Ansteckung kommt. Das ist sehr wichtig, dass die Menschen das auch auf ihrem Smartphone installieren.

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Seit dieser Woche gehen jetzt die ersten Ferienflieger wieder in die Luft, heute zum Beispiel auch einer von Stuttgart nach Mallorca. Was geht in Ihnen vor, wenn Sie sich diese engen und voll besetzten Sitzreihen vorstellen?

Im Flugzeug ist ja Maskenpflicht. Ich trage dort immer eine Maske mit hohem Standard, eine sogenannte FFP-Maske, die richtig schützt. Das kann ich nur empfehlen, wenn man im Flieger sitzt. Also auch dort gucken, dass man die Regeln wirklich einhält. Und wenn man näher beieinander sitzt, sich nicht sozusagen ins Gesicht sprechen. Das ist immer wichtig, wenn man den Abstand nicht einhalten kann.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Kretschmann.

Das Interview zum Nachhören:

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