Eine Schülerin der fünften Klass hebt im Unterricht den Finger.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Daniel Karmann)

Klassenteiler könnte erhöht werden

Lehrermangel: Größere Schulklassen für Kretschmann denkbar

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Was tun gegen den Mangel an Lehrkräften in Baden-Württemberg? Ministerpräsident Kretschmanns Vorschlag: größere Klassen. Doch Philologenverband und Opposition kritisieren die Idee.

Angesichts von Personalmangel und einer hohen Zahl junger Ukraine-Flüchtlinge schließt Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) auch größere Schulklassen nicht gänzlich aus. Es würden zwar zunächst andere Wege ausprobiert, um die Zahl der Lehrkräfte zu erhöhen und die Unterrichtsversorgung zu sichern, sagte Kretschmann in Stuttgart und verteidigte erneut seinen jüngsten Brandbrief an die Schulen zur Arbeitszeit von Lehrern. Aber: "Wir haben natürlich noch etwas in der Tasche, um das zu lösen. Das wäre die Erhöhung des Klassenteilers."

Auch für Kultusministerin Schopper sind größere Klassen denkbar

Abgesehen von Vorwürfen und Kritik erhalte er keine Vorschläge von Lehrerverbänden, was in dieser "akuten Mangellage" getan werden könne, so der Ministerpräsident. Auch Parteikollegin und Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper hatte vor wenigen Tagen den Klassenteiler zur Diskussion gestellt. "Der Klassenteiler ist aktuell so etwas wie die letzte Patrone", sagt sie im Interview mit dem "Mannheimer Morgen".

Philologenverband forderte 1.000 zusätzliche Lehrkräfte

Kritik an der Idee kam vom Philologenverband in Baden-Württemberg. Landesverbandschef Ralf Scholl warf Kretschmann vor, "frech gelogen" zu haben. Sehr wohl erhalte er Vorschläge, wie es besser laufen könne. Der Regierungschef sei bereits Mitte März aufgefordert worden, über einen Sonder- oder Nachtragshaushalt Mittel freizusetzen, um rund 1.000 zusätzliche Lehrkräfte gewinnen zu können.

FDP kritisiert Entlassung von Lehrkräften in Sommerferien

Die FDP bemängelte zudem, dass Lehrkräfte nach über zwei Jahren Corona-Pandemie entlastet werden müssten. Kretschmann habe das Problem allerdings über Jahre verschlafen. "Dass er aktuell ausgerechnet in dieser Situation auch noch zusätzlich die dringend benötigten Vertretungslehrkräfte in die Sommerferienarbeitslosigkeit entlässt, setzt dem Ganzen noch die Krone auf", sagte FDP-Bildungsexperte Timm Kern. Mit Verweis auf die hohen Kosten hatte das Kultusministerium zuvor einer Weiterbeschäftigung der Lehrkräfte über die Sommerferien erneut eine Absage erteilt.

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Stefan Fulst-Blei (SPD) warf der Regierung vor, eine Drohkulisse aufzubauen. "Erst sollen alle mehr arbeiten - jetzt will er den Klassenteiler erhöhen", sagte der bildungspolitische Sprecher der SPD in Baden-Württemberg.

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SWR