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Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) hat sich am Freitag erneut in einer Fernsehansprache an die Menschen im Land gewandt. Darin betonte er, dass die größten Herausforderungen noch in der Zukunft liegen.

"Wir stehen noch immer am Beginn der Krise", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Freitag in einer Rede an die Bürgerinnen und Bürger des Landes. Er könne noch nicht sagen, wie lange das öffentliche Leben beschränkt werden müsse. Es sei viel zu früh, um Entwarnung zu geben oder Ausstiegsdaten in Aussicht zu stellen. "Es wird noch mindestens acht bis zehn Tage dauern, bis wir seriös darüber diskutieren können. Jetzt braucht es alle Kraft, um unser Gesundheitssystem für das, was kommt, zu stärken", so Kretschmann.

Gesundheitssystem steht vor großer Herausforderung

Das Gesundheitssystem werde jetzt auf eine harte Probe gestellt, sagte der Ministerpräsident. "Immer mehr Menschen werden erkranken. Und immer mehr Menschen werden eine Beatmung benötigen - auch junge." Die Landesregierung reagiere darauf: Reha-Einrichtungen, Hotels oder Hallen würden zu Krankenhäusern umgerüstet, die Zahl der Intensivbetten werde verdoppelt und die Test-Kapazitäten erhöht. Zudem arbeite man unter Hochdruck an der Beschaffung von Schutzmasken, Schutzanzügen und Beatmungsgeräten.

Kretschmann lobt Zusammenhalt

"Anfang der Woche habe ich unsere Industrie aufgerufen, bei der Herstellung medizinischer Produkte zu helfen. Die Resonanz ist überwältigend", so der Regierungschef. Mehr als hundert Unternehmen hätten sich umgehend gemeldet. Auch hätten sich viele bereit erklärt, in den Kliniken Verantwortung zu übernehmen: Mehr als 1.500 pensionierte Ärzte und über 4.000 Medizinstudenten wollten dort mithelfen. "Unser Zusammenhalt ist in dieser Krise unser größter Trumpf", lobte Kretschmann.

Erste Soforthilfen bereits ausgezahlt

Der Ministerpräsident sprach auch an, welche Auswirkungen die Krise für die Unternehmen im Land hat. "Gerade die Kleinen und die Selbstständigen trifft es mit voller Wucht", sagte Kretschmann. Er verwies auf den Rettungsschirm, den Bundes- und Landesregierung aufgespannt haben: "Es sind schon weit über 70.000 Anträge auf Unterstützung bei uns eingegangen. Und schon heute haben wir die ersten Soforthilfen ausgezahlt."

Daneben erstatte die Landesregierung gemeinsam mit den Kommunen den betroffenen Familien die Kita-Gebühren für März und April zurück.

Hier sehen Sie die Rede von Winfried Kretschmann mit Gebärdensprache:

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