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Die Landesregierung passt ihre Impfstrategie in Baden-Württemberg an. Während in Kreisimpfzentren auch über den August hinaus geimpft wird, müssen andere Impfzentren schließen.

Baden-Württembergs Landesregierung hat am Donnerstag die Verlängerung der 50 Kreisimpfzentren im Land beschlossen. Sie sollen mindestens bis zum 30. September geöffnet bleiben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Ursprünglich war ihre Laufzeit bis zum 15. August begrenzt. Die so genannten Zentralen Impfzentren sollen dagegen zum 15. August schließen.

Mehr mobile Impfteams ab Mitte August

Demnach plant die Landesregierung einen "stufenweisen Übergang in die Regelversorgung". Nach dem 15. August sollen zudem noch 18 mobile Impfteams zur Verfügung stehen. "Die Mobilen Impfteams haben die Impfungen direkt zu den am meisten gefährdeten Personen gebracht, in Alten- und Pflegeheime, in Einrichtungen der Eingliederungshilfe, Obdachlosenunterkünfte und Psychiatrien. Diese Aufgaben haben sie sehr erfolgreich abgeschlossen", so Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne).

Derzeit seien sie in vielen Kommunen aktiv, "um Impfungen in sozioökonomisch benachteiligte Stadtteile zu bringen", sagte er. Nach dem 15. August sei diese Aufgabe weitgehend abgeschlossen. Die 18 Impfteams sollen danach "dort zum Einsatz kommen werden, wo es notwendig ist", so Lucha. Die genauen Standorte würden noch geklärt werden.

Kreisimpfzentren übernehmen Zweitimpfungen

Ab Mitte August sei zudem ein verstärkter Übergang in die Regelversorgung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte möglich, sagte er. Die Kreisimpfzentren würden nach dem 15. August auch die Zweitimpftermine der zentralen Impfzentren übernehmen. Alle Impfwilligen sollen rechtzeitig über Termin und Ort ihrer Zweitimpfung informiert werden, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums.

Die Gesundheitsminister der Bundesländer hatten sich am Montagabend darauf verständigt, im Herbst den Betrieb der Impfzentren zurückzufahren. Jedoch soll es auch über den 30. September hinaus staatliche oder kommunale Impfangebote zur Eindämmung der Corona-Pandemie geben, mit dem Schwerpunkt auf mobilen Impfteams.

"Das Impfen ist weiterhin unser wichtigster Weg aus der Pandemie. Sich jetzt impfen zu lassen, sorgt für einen sicheren Herbst für alle."

So läuft die Impfkampagne in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Deutschland:

Bisher haben rund 55 Prozent der Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger mindestens eine erste Impfung erhalten, so das Gesundheitsministerium mit. "Nachdem die Impfkampagne lange vom Impfstoffmangel geprägt war, gibt es nun endlich eine deutliche Entspannung bei der Terminvergabe", sagte Minister Lucha.

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