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Die Kliniken schlagen Alarm, denn ihnen fehlt es an Personal und an Geld. Das hat teilweise schon Auswirkungen für Patienten, so eine aktuelle Umfrage der Krankenhaus-Gesellschaft in Baden-Württemberg.

Der Mangel an qualifizierten Pflegern und auch Ärzten hat ein existenzbedrohendes Ausmaß angenommen. Das ergibt eine Umfrage der baden-württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG).

Laut Studie haben mehr als zwei von drei Allgemeinen Krankenhäusern in den vergangenen zwölf Monaten Betten oder Abteilungen wegen Personalmangels schließen müssen.

"Die Folgen für die Versorgung der Menschen im Land sind mittlerweile deutlich spürbar."

BWKG-Vorsitzender Detlef Piepenburg

Besonders in Reha-Kliniken fehlt es an Ärzten

86,5 Prozent der Krankenhäuser und 88,6 Prozent der Reha-Kliniken sowie von 85 Prozent der Pflegeeinrichtungen gaben an, es sei schwierig oder eher schwierig, Pflegefachkräfte zu finden. Die freien Stellen von Ärzten können demnach 69,3 Prozent der Krankenhäuser nur schwer besetzen. Bei den Reha-Kliniken sind es sogar 84,4 Prozent, die nur schwer Ärzte finden.

Pflegepersonaluntergrenze schuld?

Zum Teil fallen auch Betten in den Intensivstationen weg - in einigen Fällen mehr als drei Tage im Monat. Im Notfall werden schwerkranke Patienten dennoch behandelt, anschließend müssen sie jedoch zumeist in ein weiter entferntes Krankenhaus verlegt werden. Laut Detlef Piepenburg, Vorsitzender des BWKG, würde es die seit einem Jahr vorgeschriebene Pflegepersonaluntergrenze den Krankenhäusern zusätzlich erschweren. Sie schreibt die Mindestanzahl an Pflegekräften pro Patient vor. Beispielsweise darf eine Pflegekraft auf einer Intensivstation in der Tagschicht nicht mehr als 2,5 Patienten betreuen. Krankenhäuser würden sogar wegen Verstoßes gegen diese Untergrenzen bestraft, wenn sie eine solche "Nothilfe" für andere Kliniken leisten. "Das ist absurd", sagte Piepenburg. "Und das belastet in völlig ungerechtfertigter Weise die sowieso angespannte finanzielle Situation der Krankenhäuser."

Personalmangel zwingt Krankenhäuser zur Schließung von Abteilungen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Patrick Seeger/dpa)
Ärzte- und Personalmangel wirkt sich mittlerweile auch auf die Patientensituation aus. picture alliance/Patrick Seeger/dpa

Personalmangel trifft auch Anschlussversorgung

Immer komplizierter wird es laut BWKG-Umfrage auch, Krankenhauspatienten nach ihrer Entlassung in der ambulanten oder stationären Pflege versorgen zu lassen. Es fehle das Pflegepersonal, deshalb könnten Pflegeplätze nicht belegt werden. Besonders betroffen seien Pflegeplätze für psychisch auffällige oder suchtkranke Patienten, diese fehlten generell. Die Krankenhausgesellschaft forderte vor allem eine schnellere Anerkennung ausländischer Fachkräfte und den Abbau der Bürokratie.

"Wenn Pflegekräfte und Ärzte immer weniger Zeit für ihre Patienten haben, dann ist es kein Wunder, wenn sie weniger arbeiten oder sich ein anderes Betätigungsfeld suchen."

DWKG-Vorsitzender Detlef Piepenburg

Schlechte finanzielle Situation der Krankenhäuser und Kliniken

Ein großer Teil der Kliniken hat zudem finanzielle Probleme: Rund 57 Prozent der Krankenhäuser, 43 Prozent der Reha-Kliniken und fast jede dritte Pflegeeinrichtungen (30 Prozent) gehen derzeit davon aus, dass sie im laufenden Jahr rote Zahlen schreiben.

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