Mitarbeitende des Deutschen Roten Kreuzes impfen einen Schüler an einer Schule. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Helmut Fricke)

Sonderaktionen und mobile Teams

Endspurt vor den Sommerferien: BW-Kommunen wollen möglichst viele Schüler impfen

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Kurz vor den Schulferien wollen etliche Kommunen in Baden-Württemberg erreichen, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler geimpft werden. Sie setzen vor allem auf mobile Impfteams.

Wenige Tage vor dem Ende des Schuljahres wächst die Ungewissheit, ob Schülerinnen und Schüler trotz steigender Corona-Infektionszahlen Mitte September in den Präsenzunterricht zurückkehren können. Einige Städte und Gemeinden bemühen sich derzeit gezielt, möglichst vielen jungen Menschen ab dem Alter von 16 Jahren Impfangebote zu machen.

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Gezielte mobile Corona-Impfangebote in Baden-Württemberg

Karlsruhe hat mittlerweile den "Impfturbo" gezündet und bietet an beruflichen Schulen Impfungen an, die auch Ausbilder, Familien und Freunde wahrnehmen können.

In Horb am Neckar (Kreis Freudenstadt) hat ein Internist für alle Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren und für Beschäftigte eine Impfung zentral an einer Schule angeboten.

In Heilbronn wurden 500 Berufsschüler im Kreisimpfzentrum geimpft. Nun soll ein Impfbus noch verbliebene impfwillige Schüler und Schülerinnen einsammeln.

Auch in Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) steuert ab diesem Freitag ein mobiles Impfteam berufliche Schulen an. 

Ulm war Vorreiter in Baden-Württemberg

In Ulm läuft bereits eine Impfkampagne speziell an den Berufsschulen und Gymnasien. Die Stadt war nach Angaben der Verwaltung die landesweit erste, die umfassende Impfangebote für die ab 16-Jährigen an ihren 30 weiterführenden Schulen bereitstellte. Diese jungen Menschen brauchen für die Corona-Impfung in der Regel keine Zustimmung der Eltern.

Koordiniert werden die mobilen Impfteams in Ulm von dem Arzt Guido Adler. An den Berufsschulen seien bereits 70 Prozent der Schülerinnen und Schüler erstgeimpft, so Adler. Das sei ein besserer Wert als der landesweite von 58,7 Prozent, sagte er. Inzwischen werde auch an den Gymnasien zunehmend geimpft.

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Arzt spricht sich für Corona-Impfung der 12- bis 16-Jährigen aus

Der pensionierte Facharzt für Innere Medizin hat sich zudem für Impfungen von 12- bis 16-Jährigen ausgesprochen. So könne eine erneute coronabedingte Schließung von Schulen im kommenden Schuljahr vermieden werden. "Der gesellschaftliche Nutzen wäre enorm", sagte Adler. Außerdem litten auch jüngere Erkrankte trotz leichten Verlaufs der Corona-Infektion unter deren Spätfolgen. Damit gebe es auch in dieser Altersgruppe mit derzeit steigenden Inzidenzen gute medizinische Argumente für eine Impfung.

RKI: Inzidenz bei Jüngeren steigt

Zugleich meldet das Robert-Koch-Institut (RKI), dass vom Anstieg der Corona-Zahlen in Deutschland vor allem Jüngere betroffen seien. Laut Lagebericht des RKI liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in der Gruppe der unter 24-Jährigen bei 32. Bei Menschen über 60 liege der Inzidenzwert bei fünf. Den Unterschied führt das RKI darauf zurück, dass die Impfquote bei Jüngeren geringer sei.

Städtetag für Ausweitung der freiwilligen Impfungen

Auch der Städtetag wünscht sich, dass eine Ausweitung der freiwilligen Impfungen auf Jüngere nochmals geprüft wird. "Hohe Impfquoten sind ein Schlüssel für möglichst durchgängigen Präsenzunterricht an den Schulen im neuen Schuljahr", erklärte Bildungsreferent Norbert Brugger. Sein Verband unterstütze die Mitglieder deshalb mit Informationen und Austauschmöglichkeiten.

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