Ein Mann nimmt an einem Auto mit Plug-in-Hybrid-Antrieb den Ladestecker raus. (Foto: SWR, dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Soeder, Montage: SWR)

Kommentar zu Plänen des Bundeswirtschaftsministers

"Weg mit der Hybrid-Förderung"

STAND
AUTOR/IN
Michael Wegmer
SWR-Wirtschaftsredakteur Michael Wegmer (Foto: SWR, Michael Wegmer)

Bundeswirtschaftsminister Habeck will die Kaufprämie für Plug-in-Hybride zum Jahresende auslaufen lassen. Ein fälliger Schritt, kommentiert SWR-Wirtschaftsredakteur Michael Wegmer.

Wer ein bisschen nach Plug-in-Hybriden googelt, findet Tonnen von Daten, die es belegen: Sonderlich umweltfreundlich ist diese Antriebsvariante nicht. Ein Institut der renommierten Fraunhofer-Gesellschaft etwa hat 100.000 Fahrzeuge weltweit mit eigenen Testreihen untersucht und festgestellt: Bei privater Nutzung sind Schadstoffausstoß und Spritverbrauch doppelt so hoch wie angegeben, bei gewerblicher Nutzung sogar viermal so hoch.

SWR Redakteur Michael Wegmer (Foto: SWR, privat - M.Wegmer)
Michael Wegmer aus der SWR-Wirtschaftsredaktion kommentiert privat - M.Wegmer

Hybrid in der Praxis nicht umweltfreundlich

Es gibt viele ähnliche Studien, zwar immer mit dem Zusatz versehen: Bei richtiger Nutzung kann ein Plug-in-Hybrid schon umweltfreundlicher sein als ein Verbrenner - aber die meisten dieser Autos werden eben nicht richtig gefahren. Jedes zweite ist als Geschäftswagen unterwegs, Langstrecke, die Batterie wird nicht genutzt, nie nachgeladen - Thema verfehlt. Bei keinem Antrieb ist der Unterschied zwischen Prospekt und echtem Leben so gravierend.

Dass eine Bundesregierung trotzdem für jedes der Autos Geld in Höhe von drei durchschnittlichen Monatsgehältern zum Fenster rauswirft - Entschuldigung, in die Förderung steckt - ist wieder mal nur der unermüdlichen Lobbyarbeit der Autoindustrie zu verdanken. Die sich zu Beginn der Corona-Pandemie kurz vor dem Untergang sah und dicke Prämien für alles mit ein bisschen E ausgehandelt hat.

Plug-in-Hybride: "Halbgare Übergangstechnologie"

Putzig ist heute die diplomatische Begründung des grünen Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck für seinen Vorstoß. Plug-in-Hybride hätten sich inzwischen am Markt etabliert und bräuchten keine Förderung mehr. Das stimmt, aber eben nur deshalb, weil viel zu hohe staatliche Förderung diese halb gare Übergangstechnologie bis hierhin gepusht hat.

Hohe Förderung, zu wenig Ladestationen Kosten, Zuschüsse, Reichweite - Das ist der Stand in Sachen Elektroautos

Elektroautos werden immer beliebter - schon über eine halbe Million reine Elektrofahrzeuge sind auf deutschen Straßen unterwegs. Was sollte man vor einem Kauf darüber wissen?  mehr...

Landesschau Rheinland-Pfalz SWR Fernsehen RP

Affalterbach

"Beherrschbare Gefahr" Übungseinsatz in Affalterbach: Feuerwehr trainiert brennende E-Autos zu löschen

Wenn ein Elektroauto brennt, muss die Feuerwehr besondere Risiken beachten. Bei einer Übung am Samstag in Affalterbach haben sich Einsatzkräfte schulen lassen.  mehr...

Baden-Baden

Faktencheck Sind Wasserstoff-Autos die Lösung?

Das Brennstoffzellen-Auto ist das bessere E-Auto! Nur damit retten wir das Klima. Das hört man ja immer wieder. Wie viel ist an dieser Aussage dran? Hier kommt der Faktencheck!  mehr...

STAND
AUTOR/IN
Michael Wegmer
SWR-Wirtschaftsredakteur Michael Wegmer (Foto: SWR, Michael Wegmer)