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Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich zum dritten Mal zum BW-Ministerpräsident wählen lassen. Durchaus holprige fünf Jahre stehen uns bevor, kommentiert SWR Landespolitik-Redakteur Reinhard Nürnberg.

5 Stimmen weniger als die 100, die die eigenen Regierungsfraktionen haben - das ist keine Klatsche oder gar ein Schlag ins Gesicht. Aber das schöne Bild der einheitlichen Koalition hat leider einen kleinen Fleck bekommen, der sich auch nicht so einfach wieder wegwischen lässt. Dieses Ergebnis zeigt, dass eben doch nicht alles so ganz unproblematisch bei Grün-Schwarz in Baden-Württemberg ist.

SWR-Reporter Reinhard Nürnberg (Foto: SWR)
Winfried Kretschmann (Grüne) ist zum dritten Mal zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Dabei zeichnen sich bereits Unstimmigkeiten in seiner grün-schwarzen Koalition ab, kommentiert SWR-Reporter Reinhard Nürnberg.

Unter der Oberfläche grummelt es in den Parteien

Auf den beiden Parteitagen am Wochenende wurden oberflächlich noch überwältigende Mehrheiten für die Koalition demonstriert. Aber so unter der Oberfläche grummelt es doch. So mancher in der CDU will eben doch keine Fotovoltaik-Pflicht auf Wohnhausdächern oder 1.000 neue Windräder schlucken. Und auch nicht die Tatsache, dass die CDU jetzt definitiv zum Junior-Partner degradiert wurde. Und echte Fundi-Grüne beäugen die CDU immer noch misstrauisch, wenn sie mit mehr Polizeistellen und Videoüberwachung daher kommt.

Eine Koalition, mehr Zweckgemeinschaft als gute Freundschaft

Grüne und CDU - das ist nach wie vor eher eine Zweckgemeinschaft statt guter Freundschaft. Bestenfalls achten sich die Partner - aber in der letzten Legislaturperiode konnte man gut sehen, dass es auch an objektiv völlig unwichtigen Punkten wie ein paar Kilometer Tempo 130 auf der Bodenseeautobahn zu Machtproben kommen kann. Dass der Weg von Grünen und Schwarzen in den nächsten fünf Jahren durchaus holperig sein kann, lässt das heutige Wahlergebnis für den Ministerpräsidenten ahnen.

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