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In den meisten Kliniken im Land herrscht Hochkonjunktur. Zahlreiche Mitarbeitende behandeln dort täglich Corona-Patienten. Auf eine Impfung warten einige allerdings vergeblich.

Im Klinikum Böblingen habe bisher nur ein Arzt einen Impftermin erhalten. Das gab Martin Götz, der Leiter der Covid-Stationen im Klinikum, an. Es sei ein Gebot der Fairness, dass die Leute, die auf den Covid-Stationen arbeiten, besser geschützt werden, so Götz. Er wünscht sich daher eine schnelle Impfung für sein Team.

Nicht geimpftes Klinikpersonal in ganz Baden-Württemberg

Mit diesem Wunsch ist Götz nicht alleine. Auch in den Krankenhäusern im Ostalbkreis, im Kreis Heidenheim und im Alb-Donau-Kreis ist das Personal bisher nicht gegen Covid-19 geimpft worden. Die Kliniken bekommen keinen Impfstoff. Eine für den Dezember geplante Impfaktion am Klinikum Heidenheim musste ganz abgesagt werden. Seitdem sind anderthalb Wochen vergangen, dennoch weiß der Impfkoordinator des Klinikums, Dr. Norbert Pfeufer, nach wie vor nicht, wann eine Lieferung zu erwarten ist. Man fühle sich ohne Impfstoff vom Land allein gelassen, so Pfeufer. In den Kliniken im Ostalbkreis ist die Lage nicht besser. Bisher wurde auch niemand vom Personal geimpft. Nach jetzigem Stand soll das Klinikpersonal in die Kreisimpfzentren gehen, sobald diese am 22. Januar öffnen. Das sagte eine Sprecherin des Ostalbkreises.

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Auch in Heilbronn wartet das Klinikpersonal vergeblich auf die Corona-Impfung

In den SLK Kliniken in Heilbronn zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Kliniken kritisieren, dass sie zahlreiche Corona-erkrankte Menschen behandeln müssen, ohne selbst durch eine Impfung geschützt zu sein. In einer Videodiskussion mit Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) brachte der SLK-Geschäftsführer, Thomas Weber, das Problem auf den Punkt:

"Wir haben die Situation, dass in den Einrichtungen, in denen die zentralen Impfzentren sind, in den Universitätskliniken ärztliches und pflegerisches Personal geimpft wird. Wir haben in unseren Einrichtungen bisher aber noch nicht einmal eine Information, wann wir mit Impfstoff rechnen können."

Thomas Weber, SLK-Geschäftsführer

Derweil wurde das Impfzentrum für den Stadtkreis Heilbronn in Horkheim am Dienstag offiziell vorgestellt. Ab dem 22. Januar soll dort geimpft werden, zunächst Menschen aus Risikogruppen.

Auch Personal der Oberschwabenklinik bisher nicht geimpft

Aus Informationen aus den Großkliniken Oberschwabenklinik mit Sitz in Ravensburg geht hervor, dass auch hier bisher kein medizinisches Personal geimpft wurde. Der Oberschwabenklinik waren Ende Dezember von der baden-württembergischen Krankenhausgesellschaft rund 500 Impfdosen für das Personal angekündigt worden. Sie sollten Anfang Januar geliefert werden. Die Klinik war vorbereitet, die Impfdosen seien jedoch nicht eingetroffen. Auch beim Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz (GLKN) sei bislang kein medizinisches Personal geimpft worden, so Landrat Zeno Danner (parteilos).

Impfstart im Ulmer Uniklinikum

Während die anderen Kliniken im Alb-Donau-Kreis ebenfalls vergeblich auf den Impfstoff für ihr Personal warten, sind zumindest am Universitätsklinikum in Ulm die Impfungen angelaufen. Aber auch hier konnten längst nicht so viele Mitarbeitende geimpft werden wie geplant. Hier fehlt es ebenfalls an Impfstoff. Man habe innerhalb der höchsten Priorisierung nochmal auswählen müssen, erläutert der Leiter der Stabsstelle Katastrophenschutz, Ernst Pfenninger. Je nach Abteilung seien von den am stärksten gefährdeten Mitarbeitern nun 20 bis 50 Prozent geimpft. Auch das Bundeswehrkrankenhaus in Ulm konnte mit den Impfungen starten. Ungefähr zehn Ärztinnen und Ärzte sollen hier bereits geimpft worden sein.

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