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Baden-Württembergs Gesundheitsministerium hat die Kliniken im Land gebeten, schwerstkranke Corona-Patienten aus Frankreich aufzunehmen.

"Die grenznahen französischen Krankenhäuser sind an der Grenze ihrer Behandlungskapazitäten für beatmungspflichtige Patientinnen und Patienten angekommen", heißt es in einem Schreiben des Gesundheitsministeriums an die Geschäftsführer der baden-württembergischen Krankenhäuser, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. Es gehe speziell um Menschen, die ohne Beatmung in den kommenden Tagen sterben würden. In Regionen wie dem Elsass fehlten wegen der stark steigenden Fallzahlen Kapazitäten.

Demnach habe Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) "die Unterstützung Baden-Württembergs zugesagt", wie es in dem Schreiben weiter heißt. "Wir bitten Sie deshalb, im Rahmen noch vorhandener freier Kapazitäten in Ihren Krankenhäusern beatmungspflichtige Patientinnen und Patienten aus Frankreich aufzunehmen."

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte am Samstag das auf den 19. März datierte Schreiben. Auch wenn man in Baden-Württemberg selbst begrenzte Kapazitäten habe und sich leider auch bei uns mancher Engpass auftue, "versuchen wir unseren französischen Nachbarn selbstverständlich zu helfen", so der Sprecher weiter.

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80 Prozent belegte Beatmungsplätze

Derzeit hat Baden-Württemberg nach Angaben des Ministeriums genug freie Beatmungsplätze. Insgesamt seien rund 2300 im Land vorhanden. Laut Krankenhausgesellschaft BWKG sind aktuell rund 80 Prozent belegt, allerdings derzeit nur mit weniger als 20 Corona-Patienten.

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