Zehntausende Teilnehmer bei FFF-Demo in Freiburg (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth)

Zwei Tage vor der Bundestagswahl

Fridays for Future: Zehntausende bei Klimaprotesten in Baden-Württemberg

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Zehntausende Menschen haben am Freitag in Baden-Württemberg für mehr Klimaschutz demonstriert. Der Protest war Teil des weltweiten Klimastreiks der Fridays for Future-Bewegung.

Allein in Freiburg haben laut Polizei 12.000 Personen für mehr Klimaschutz und -gerechtigkeit demonstriert. In Stuttgart zogen laut Polizei mehrere Tausend durch die Innenstadt. Auch in Karlsruhe, Heidelberg, Ulm und beispielsweise Konstanz fanden Protestaktionen statt. Bundesweit waren Proteste in 400 Städten angemeldet - mehr als 80 davon allein in Baden-Württemberg. Fridays for Future sprach insgesamt von etwa 90.000 Teilnehmern.

In Stuttgart waren bei einer Kundgebung von Fridays For Future Stuttgart laut Veranstalter rund 15.000 Menschen.

Fridays for Future: Klimaziele mit Wahlprogrammen nicht erreichbar

Es war der achte weltweite Protesttag, den die Klimaschutz-Bewegung ausgerufen hat. Mit ihrem Protest wollten die Aktivistinnen und Aktivisten in Deutschland zwei Tage vor der Bundestagswahl nochmal Druck auf die politisch Verantwortlichen ausüben. Ihrer Meinung nach reicht keines der Wahlprogramme aus, um die Klimaziele zu erreichen. Beim Pariser Klimaabkommen hatten sich 2015 fast alle Staaten der Welt verpflichtet, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

GEW rief zum Demonstrieren während der Schulzeit auf

Neben Parteien wie die Grünen und die Linke hatten beispielsweise die katholische und die evangelische Kirche zu den Klimaprotesten aufgerufen. Auch die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Baden-Württemberg befürwortet die Klimaproteste von Fridays for Future. Sie hatte Schülerinnen und Schüler dazu aufgerufen, an den Demonstrationen teilzunehmen. Von den Schulleitungen verlangte sie, den Kindern und Jugendlichen die Teilnahme zu ermöglichen. GEW-Landeschefin Monika Stein sagte dazu: "Ich bin davon überzeugt, dass die Schulleitungen konstruktive Lösungen finden, wenn sich Schülerinnen und Schüler an den Streikaktionen beteiligen. Harte Strafen und Bußgelder sind nicht angemessen."

Kritik vom Lehrerverband am Protest während der Unterrichtszeit

Der Deutsche Lehrerverband kritisierte die Teilnahme von Schülerinnen und Schülern am globalen Klimastreik während der Unterrichtszeit. Man lehne ab, dass die Schulpflicht zugunsten politischer Aktionen aufgehoben wird, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Das gefährde die politische Neutralität des Staates, der für den Schulbetrieb verantwortlich sei. Es stelle sich die Frage, für welche politischen Aktionen man schulfrei bekommen würde und für welche nicht.

Das grün-geführte Kultusministerium in Baden-Württemberg zeigte Verständnis für das Engagement. Allerdings könne der Protest auch am Nachmittag stattfinden, wo er zumeist nicht mit der Schulpflicht kollidiere.

Klimademo in Stuttgart (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)
Auch in Stuttgart haben zahlreiche Demonstrantinnen und Demonstranten an den Klimaprotesten der Fridays for Future-Bewegung teilgenommen. picture alliance/dpa | Christoph Schmidt

Forderung: Ausschließlich erneuerbare Energien ab 2035

Fridays for Future fordert für die Einhaltung des 1,5 Grad-Ziels unter anderem den Kohleausstieg Deutschlands bis 2030. Bisher ist 2038 vorgesehen. Außerdem soll ab 2035 die komplette Energieversorgung über erneuerbaren Energien laufen. Eine CO2-Steuer soll helfen, die Ziele zu erreichen.

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