Beifall für Alok Sharma, den Präsidenten der COP26, bei der UN-Klimakonferenz 2021 in Glasgow. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Soeder)

Reaktionen zur UN-Klimakonferenz in Glasgow

BW-Umweltministerin: Beschlüsse der Weltklimakonferenz reichen nicht aus

STAND

Baden-Württembergs Umweltministerin Walker ist von den Ergebnissen der Weltklimakonferenz enttäuscht. Die Anstrengungen reichten nicht aus, um das 1,5 Grad-Ziel zu erreichen.

Landes-Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) reagierte ernüchtert auf die Abschlusserklärung der Weltklimakonferenz COP26 im schottischen Glasgow. "Die beschlossenen Anstrengungen genügen nicht, um das 1,5 Grad-Ziel zu erreichen. Da müssen wir uns ehrlich machen", sagte Walker am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Offen bleibe, wann und ob China und Indien auf Kohlestrom verzichten wollen, so die Politikerin.

Die rund 200 Teilnehmerstaaten der zweiwöchigen UN-Klimakonferenz in Glasgow hatten sich auf eine Erklärung verständigt, die unter anderem zum schrittweisen Ausstieg aus der Kohleenergie auffordert. Die Formulierung war auf Druck von China und Indien jedoch in letzter Minute abgeschwächt worden.

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Ministerin Walker: "Wir brauchen mehr Tempo"

Umso wichtiger sei die Passage in der Abschlusserklärung, wonach sich die Länder zum 1,5-Grad-Ziel bekennen und bis Ende 2022 ihre Klimaschutzpläne nachschärfen müssen, sagte Walker. Zudem gebe es eine weitere Verschärfungsrunde im Jahr 2025. "Ich hoffe sehr, dass diese Hausaufgabe erledigt wird. Wir brauchen mehr Tempo und stärkere Ambitionen, wenn wir unseren Kindern und Enkeln noch einen lebenswerten Planeten hinterlassen wollen."

Walker erklärte, dass ein schneller Ausstieg aus den fossilen Energieträgern und der massive Ausbau der Erneuerbaren Energien vorrangiges Ziel sein müsse. International liege noch kein ausreichend konkreter Fahrplan für dieses Vorhaben vor, so Walker gegenüber dem SWR.

Strom müsse deutlich günstiger werden

Baden-Württemberg sieht Walker dagegen mit konkreten und ambitionierten Zielen ausgestattet. Eines davon: sozialer Ausgleich. Konkret wurde sie beim Strompreis: "Wir müssen dafür sorgen, dass der Strom deutlich günstiger wird und auf der anderen Seite fossile Brennstoffe teurer werden." Wer "nicht so viel Geld in der Tasche" habe, müsse einen Ausgleich bekommen, wenn die Kosten bei fossilen Brennstoffen stiegen.

Haben Grüne in BW bei Windkraft zu stark gebremst?

Angesprochen auf den lahmenden Ausbau der Windkraft in Baden-Württemberg, sagte Walker: Genehmigungsverfahren hätten in den letzten Jahren zu lange gedauert, das müsse sich ändern. "Wir brauchen die Windenergie."

Eröffnung Windpark Falkenhöhe im Schwarzwald (Foto: dpa Bildfunk, dpa | Philipp von Ditfurth)
Andreas Schwarz (l), Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag, und Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) bei der Eröffnung eines Windparks im Kreis Rottweil. dpa | Philipp von Ditfurth

Die Landesregierung müsse in den kommenden Jahren für einen Interessenausgleich beim Thema Windkraft sorgen, so die Umweltministerin weiter. Das heiße, einerseits dem Artenschutz gerecht werden, sicherstellen, dass Artbestände - auch beim Bau eines Windrads - stabil blieben. Andererseits: "Wir werden auch nicht jeden einzelnen Vogel schützen können."

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