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Das zum Teil tolle Wetter rund um die Weihnachtsfeiertage hat in vielen Regionen Baden-Württembergs tausende Ausflügler in die Natur gelockt. Nur passt das nicht so ganz zu den Corona-Regeln.

Trotz teils chaotischer Zustände durch unzählige Tagesausflügler rund um Weihnachten vor allem im Schwarzwald und auf der Alb belässt die Regierung es bei den geltenden Maßnahmen. "Eine Verschärfung der Corona-Verordnung ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt speziell für das anstehende lange (Feiertags)wochenende nicht geplant", teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart am Montag mit. "Wir appellieren an die Menschen, auf Tagesausflüge zu verzichten und die bestehenden Regeln nicht auszureizen."

Lockdown gilt auch an und über Silvester

Er wies darauf hin, dass die Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen für private Treffen lediglich über die Weihnachtsfeiertage galten. Seither - und somit auch an Silvester, Neujahr sowie dem folgenden Wochenende - sind tagsüber Sport und Bewegung an der frischen Luft ausschließlich alleine, mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder mit einer weiteren, nicht im selben Haushalt lebenden Person erlaubt.

Voll wurde es im Nationalpark Schwarzwald. Man hat das Gefühl, dass das Gebiet aus allen Nähten platzt, sagte Patrick Stader, leitender Ranger im Nationalpark Schwarzwald am Dienstag. Im SWR appellierte er an Ausflügler, sich auch draußen an die Corona-Regeln zu halten. Außerdem bat er Schneeschuhgänger, sich nicht abseits der Wege aufzuhalten. Dies sei für die Waldtiere kritisch, gerade in einer Zeit, in der es wenig Nahrung für sie gebe und Stresssituationen tödlich enden könnten.

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Über die Weihnachtsfeiertage hatte es mancherorts Verkehrschaos gegeben, auch Rettungskräfte wurden behindert. Zudem registrierte die Polizei hunderte Verstöße gegen die Corona-Verordnung wie Mindestabstände.

Allein in die Gemeinde Dobel (Kreis Calw) strömten Hunderte Menschen für Schlittenfahrten und Wanderungen. Die Parkplätze waren überfüllt, es bildeten sich Staus. Mehr als 180 Falschparker bekamen nach Polizeiangaben ein Verwarnungsgeld. Die Zufahrten wurden zwischenzeitlich für Nicht-Einheimische gesperrt.

Etwa 80 Prozent der Abgewiesenen reagierten laut Dobels Bürgermeister Christoph Schaack (parteilos) verständnisvoll. "Bei den anderen 20 Prozent ist die Aggressivität aber leider sehr hoch." Ein Autofahrer sei einem Helfer der freiwilligen Feuerwehr sogar über den Fuß und dann einfach weggefahren, schilderte Schaack. Das werde Konsequenzen haben.

Verantwortliche kündigen Konsequenzen an

Ausschlaggebend für den Ansturm waren nach seiner Einschätzung die vier bis fünf Sonnenstunden am Sonntag, die nicht angekündigt gewesen seien. Aber über Webcams könnten die Menschen im Umland die Lage gut verfolgen und seien dann mit dem Auto schnell da. Inzwischen sei viel Schnee weggetaut und es sei eher matschig. Abhängig vom Wetterverlauf wolle er künftig frühzeitig Zufahrten sperren lassen, sagte Schaack. In den nächsten Tagen würden die Parkplätze daher regelmäßig kontrolliert, um rechtzeitig Polizei und freiwillige Feuerwehr zu mobilisieren. Die Prognosen klingen bislang durchaus ausflugstauglich. Skilifte stehen wegen der Maßnahmen gegen die Pandemie aber still.

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Am beliebten Ausflugsziel Mummelsee herrschten ebenfalls "chaotische Zustände" beim Parken, wie ein Sprecher der Offenburger Polizei sagte. Allein am Sonntagnachmittag seien hier knapp 200 Verstöße geahndet worden - etwa wegen Parkens im absoluten Halteverbot. Entlang der Schwarzwaldhochstraße (B500) hätten so viele Autos gestanden, dass Polizei und Rettungskräfte kaum durchgekommen seien.

Auf der Schwarzwaldhochstraße war am 2. Weihnachtsfeiertag viel los (Foto: SWR)
Dieses Foto vom Samstagvormittag zeigt regen Verkehr auf der Schwarzwaldhochstraße

Mittels Lautsprecherdurchsagen seien die Ausflügler dazu aufgefordert worden, die Corona-Abstandsregeln einzuhalten. Aufgrund der schieren Masse an Menschen sei eine durchgehende Ahndung von Verstößen aber nicht möglich gewesen. Für das verlängerte Neujahrswochenende seien von Seiten der Polizei zunächst aber keine Maßnahmen geplant, um einen möglichen erneuten Besucheransturm einzudämmen.

Zu viele Ausflügler: Zufahrten gesperrt

Auch am Kandel nahe Freiburg gab es laut Polizei am Wochenende wieder Chaos. Am Samstag sei der Parkplatz überfüllt gewesen, zahlreiche Parkverstöße wurden angezeigt. Auch hier riefen Beamte per Lautsprecher dazu auf, den Mindestabstand einzuhalten. Man habe "den Berg beschallt", sagte ein Sprecher. Ab 12 Uhr wurde an beiden Wochenendtagen die Zufahrt zum Kandel zumindest teilweise gesperrt. Konkrete Planungen, um ähnliche Szenen am kommenden Wochenende zu verhindern, gab es laut einem Polizeisprecher aber auch hier zunächst nicht.

Auf der Albhochfläche im Kreis Reutlingen herrschte am Sonntag ebenfalls reger Ausflugsverkehr. Wanderparkplätze waren voll, überwiegend Fahrzeuge aus anderen Landkreisen parkten laut Polizei auch die landwirtschaftlichen Wege und angrenzenden Grünflächen zu. "Teilweise bestehende Durchfahrtsverbote wurden ignoriert, Warnbaken umfahren", hieß es im Polizeibericht.

Verkehr verstopft Straßen - Rettungsdienst kommt nicht durch

In Sonnenbühl (Kreis Reutlingen) staute sich der Verkehr auf der Zufahrt zum Skigebiet Roßberg. Das hatte auch Folgen für den Rettungsdienst, der zu einer Frau wollte, mit der zwei Kinder auf einem Schlitten kollidiert waren. Die 52-Jährige war den Angaben zufolge nach dem Zusammenstoß vorübergehend nicht mehr ansprechbar und musste ins Krankenhaus. Doch nur mit Hilfe der Polizei habe der Rettungsdienst durchfahren können.

Das Chaos ließe sich verringern, wenn es gewalzte Wanderwege, Skihänge und gespurte Loipen gäbe und der Besucherverkehr geregelt würde. Dieser Meinung ist Philipp Urban von der Bergwacht Schwarzwald. Wintergebiete komplett zu schließen halte er jedoch nicht für sinnvoll, erklärte Urban im SWR.

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