Andreas Stoch, SPD-Landesvorsitzender in Baden-Württemberg (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Christoph Schmidt/dpa)

Treffen in Filderstadt Erste SPD-Regionalkonferenz in Baden-Württemberg

Muss die SPD nach links rücken? Der baden-württembergische Landesvorsitzende Andreas Stoch ist skeptisch. Vor der Regionalkonferenz in Filderstadt sieht er dafür keine Mehrheit.

Nach dem Rücktritt von SPD-Chefin Andrea Nahles im Juni findet am Samstag die erste der beiden baden-württembergischen SPD-Regionalkonferenzen statt, bei der sich die Kandidaten für den Parteivorsitz vorstellen. Stoch räumte vor dem Treffen in Filderstadt (Kreis Esslingen) im SWR ein, dass bei einem Teil der SPD-Mitglieder der Wunsch vorhanden sei, die Partei weiter links zu positionieren. Er glaube allerdings nicht, dass eine Mehrheit der baden-württembergischen Basis die Positionen von Hilde Mattheis unterstütze. Die Ulmer Bundestagsabgeordnete ist Vorsitzende des Forums Demokratische Linke 21 und bewirbt sich mit Verdi-Chefökonom Dierk Hirschel für den SPD-Bundesvorsitz.

Verdi-Chefökonom Dierk Hirschel steht neben Hilde Mattheis, Bundestagsabgeordneter aus Ulm (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Daniel Karmann/dpa)
Haben Dierk Hirschel und Hilde Mattheis Chancen auf den SPD-Bundesvorsitz? picture alliance/Daniel Karmann/dpa

Von den beiden neuen SPD-Bundesvorsitzenden erwartet Stoch Durchsetzungsvermögen. Es gehe darum, die Partei zu führen und zwar auch als eine Partei, "die im Bund regiert und eine Partei, die in Zukunft in der deutschen Politik und auch in Baden-Württemberg wichtige Entscheidungen vorgeben möchte."

SPD-Führungsduo braucht Autorität

Für diese Herausforderung habe die baden-württembergische Bundestagsabgeordnete Saskia Esken (Wahlkreis Calw/Freudenstadt) gemeinsam mit ihrem Mitstreiter Norbert Walter-Borjans bislang auf den Regionalkonferenzen ein sehr positives Bild abgeben. "Aber es geht nicht nur um die Performance. Es geht letztendlich auch um die Inhalte und um die Autorität das durchzusetzen", so Stoch.

Dauer

Auf die Unterstützung des Duos Esken und Walter-Borjans durch die Jusos, die Jugendorganisation der SPD, reagierte Stoch zurückhaltend. Die SPD habe sich im Bewerbungsverfahren für den Bundesvorsitz für eine Mitgliederbefragung entschieden. Deshalb sei es nicht sinnvoll, dass der Bundesvorstand oder die Landesvorsitzenden den Parteimitgliedern sagten, wie sie sich zu entscheiden hätten.

Können Walter-Borjans und Esken SPD-Bundesvorsitz?

Norbert Walter-Borjans steht links neben Saskia Esken (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa)
Die Lieblinge der Jusos: Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken picture alliance/Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

"Ich möchte öffentlich nichts zu meinen eigenen Präferenzen sagen", ergänzte der baden-württembergische SPD-Landeschef. Der Wettbewerb um den Parteivorsitz wird auf bundesweit 23 Regionalkonferenzen ausgetragen. In Baden-Württemberg wird es neben dem Treffen in Filderstadt am 23. September eine Regionalkonferenz in Ettlingen (Kreis Karlsruhe) geben. "Das ist für die Partei ein sehr spannender Prozess", so Stoch. Ab Mitte Oktober wird bei einer Mitgliederbefragung bestimmt, wer den SPD-Vorsitz übernehmen soll.

STAND