STAND

Mehrere Regionen in Baden-Württemberg haben mittlerweile eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50. Der Ruf nach Lockerungen wird deshalb immer lauter - doch die soll es nicht geben.

Video herunterladen (11,8 MB | MP4)

Trotz der regional weiter sinkenden Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche erlaubt das Land auch abseits der offiziellen Risikogebiete keine Ausnahmen vom landesweiten Lockdown. "Derzeit sind regionale Lockerungen in Baden-Württemberg nicht geplant", sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Dienstag in Stuttgart. "Die Lage ist noch viel zu fragil, um jetzt schon Lockerungen ins Auge zu fassen."

Sinkende Zahlen in Baden-Württemberg Gesundheitsminister Lucha will Lockerungen der Corona-Maßnahmen erst bei Inzidenzwert von 25

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen sinkt. Da stellt sich die Frage, ab wann es wieder vorsichtige Lockerungen geben kann. Baden-Württembergs Gesundheitsminister Lucha hat da klare Vorstellungen.  mehr...

Zwar hat der sogenannte Inzidenzwert, also die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, in einigen Städten und Landkreisen in Baden-Württemberg die als kritisch geltende Marke von 50 wieder unterschritten. Nur dann sind die Gesundheitsämter nach Angaben des Ministeriums in der Lage, alle Kontaktpersonen nachzuverfolgen.

Inzidenzwert im Land noch deutlich über 50

Auf Landesebene liege der Wert aber noch bei etwa 90, sagte die Sprecherin. "Umfängliche Lockerungen können erst dann ins Auge gefasst werden, wenn sich dieser Wert landesweit auf deutlich unter 50 einpendelt." Außerdem sei noch nicht sicher, wie sich die als aggressiv bekannten Virus-Mutanten aus Großbritannien und Südafrika in Baden-Württemberg verteilten. "Wir wissen überhaupt noch nicht, wie sich das mittelfristig auf die Inzidenz auswirken wird." Am Montag hatte der Inzidenzwert landesweit bei 86,9 (Vortag: 90,0) gelegen. Kurz vor Weihnachten war noch ein Sieben-Tage-Wert in Baden-Württemberg von über 200 erfasst worden, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte.

Kretschmann hält Öffnung von Grundschulen und Kitas für wahrscheinlich

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) geht davon aus, dass Kitas und Grundschule im Land vom kommenden Montag an schrittweise wieder öffnen können. Die endgültige Entscheidung werde er an diesem Mittwoch treffen, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. Die Corona-Infektionszahlen sinken seit fast drei Wochen und diese Tendenz sei belastbar. "Deswegen ist es verantwortbar das zu machen", sagte der Grünen-Politiker. Wenn nicht noch etwas Überraschendes passiere, werde man Kitas und Grundschulen im Wechselbetrieb "behutsam" wieder öffnen können.

Endgültige Entscheidung am Mittwoch Kretschmann: Öffnung von Kitas und Grundschulen wahrscheinlich

Ministerpräsident Kretschmann will Kitas und Grundschulen in Baden-Württemberg ab dem kommenden Montag schrittweise wieder öffnen. Sein Argument dafür sind die sinkenden Infektionszahlen.  mehr...

FDP-Fraktionschef fordert Abschaffung der Ausgangssperre

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke hat angesichts der sinkenden Corona-Infektionszahlen ein Ende der Ausgangsbeschränkungen am Abend und in der Nacht gefordert. "Es gibt keine Rechtfertigung mehr für die Ausgangssperre, wenn kein Kreis mehr über dem Inzidenzwert von 200 ist", sagte Rülke am Dienstag in Stuttgart bei der Enthüllung eines Großplakats für die Landtagswahl am 14. März. Die besonders strengen Beschränkungen in Baden-Württemberg, die von 20.00 Uhr bis 05.00 Uhr gehen, seien damit begründet worden, dass es Land- und Stadtkreise gebe, die eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 haben.

Rülke forderte angesichts der sinkenden Zahlen "eine nachvollziehbare Öffnungsstrategie". Die Hinweise von Bund und Ländern, der Lockdown müsse fortgesetzt werden, weil neue, aggressivere Virusvarianten die Lage zu verschärfen drohten, hält der FDP-Mann für nicht mehr nachvollziehbar. "Wenn man immer nur fürchtet, es könnten Mutanten kommen, dann kann man nie wieder öffnen."

Vier Kreise unter Wert von 50

In vier Kreisen lag der Wert zuletzt bei unter 50, sie gelten damit nicht mehr als Risikogebiet. Nach dem Stadtkreis Tübingen (49,4) und dem Hohenlohekreis (43,5) kamen auch noch der Stadtkreis Baden-Baden (39,9) und der Landkreis Emmendingen (44,5) hinzu. Bereits seit knapp drei Wochen flacht die Zahl der Corona-Neuinfektionen landesweit ab. Gleichwohl haben Bund und Länder vor gut einer Woche aus Sorge um neue Virus-Varianten den Lockdown bis 14. Februar verlängert.

Endgültige Entscheidung am Mittwoch Kretschmann: Öffnung von Kitas und Grundschulen wahrscheinlich

Ministerpräsident Kretschmann will Kitas und Grundschulen in Baden-Württemberg ab dem kommenden Montag schrittweise wieder öffnen. Sein Argument dafür sind die sinkenden Infektionszahlen.  mehr...

Baden-Württemberg

Klare Kriterien gefordert Verdi, GEW und Eltern sehen Öffnung von Kitas in BW am 1. Februar kritisch

Im Streit um die Öffnung von Kindertagesstätten am 1. Februar machen Gewerkschaften und Verbände Druck auf die grün-schwarze Regierung. Die Gewerkschaft Verdi fordert klare Kriterien, ob und wie eine Einrichtung geöffnet werden könne.  mehr...

Virologie Coronavirus-Mutationen – Was man bisher darüber weiß

Auch in Deutschland sind Mutanten des neuen Coronavirus aufgetreten. Was bedeutet das für den weiteren Verlauf der Pandemie? Wirken die bisherigen Impfstoffe weiterhin?  mehr...

Baden-Württemberg

Das Coronavirus und die Folgen für das Land Live-Blog zum Coronavirus in BW: Landesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei 184,4

Das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen im Land. Im Live-Blog fassen wir die neuesten Entwicklungen rund um die Pandemie und die Beschränkungen zusammen.  mehr...

STAND
AUTOR/IN