Ein Mitarbeiter zeigt in einer Corona-Abstrichstelle einen Abstrich für einen Corona-Test. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Tom Weller (Symbolbild))

Auswirkung auf bundesweite Inzidenz

Keine Corona-Zahlen am Wochenende: Darum übermittelt BW die Daten nur noch werktags ans RKI

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Baden-Württembergs Landesgesundheitsamt meldet an diesem Wochenende erstmals keine Corona-Zahlen mehr an das RKI. Was ist der Grund - und welche Auswirkungen hat dies?

Das Landesgesundheitsamt (LGA) übermittelt künftig an Wochenenden und Feiertagen keine Covid-19-Fälle mehr von den Gesundheitsämtern an das Robert Koch-Institut (RKI). Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wird daran anknüpfend auch der Covid-19-Bericht des LGA an Wochenenden und Feiertagen eingestellt. Bisher hatte das LGA an diesen Tagen einen sogenannten Inzidenzbericht veröffentlicht, in dem die wichtigsten Corona-Daten auch an die Medien vermeldet wurden.

Ministerium nennt geänderte Corona-Verordnung als Grund

Montags bis freitags will die Behörde die Daten aber weiterhin im Lagebericht veröffentlichen. Der Bericht soll sich allerdings auf die wichtigsten Zahlen beschränken. Als Grund nennt das zuständige Sozialministerium, dass seit dem 19. März 2022 eine neue Corona-Verordnung ohne das bisherige Stufensystem (Basis-, Warn- und Alarmstufe) gilt. Als das Stufensystem noch in Kraft war, änderten sich auf Basis der LGA-Daten bestimmte Corona-Maßnahmen - mit entsprechenden Auswirkungen für die Menschen in Baden-Württemberg. Über die Lage auf den Intensivstationen der Krankenhäuser im Land kann man sich auf der Internetseite des DIVI-Intensivregisters dennoch aktuell informieren.

Bundesweite Corona-Zahlen weniger aussagekräftig

Am ersten Wochenende ohne gemeldete Zahlen aus Baden-Württemberg zeigen sich bereits die Auswirkungen: So sind die bundesweiten Zahlen vom Sonntag nur bedingt aussagekräftig - auch deshalb, weil zudem aus Brandenburg keine Daten gemeldet wurden, wie das RKI mitteilte. "Tagesaktuelle Schwankungen sollten daher - insbesondere am Wochenende und zu Wochenbeginn - nicht überbewertet werden", hieß es vom RKI.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am Sonntag erstmals seit einer Woche wieder gesunken. Wie das RKI am frühen Morgen mitteilte, liegt sie jetzt bei 1.723,8. Am Freitag hatte sie 1.758,4 betragen, vor einer Woche 1.708,7. Der Wert beziffert die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI 111.224 neue Corona-Infektionen. Am Vortag waren 252.026 Neuinfektionen gemeldet worden, vor einer Woche waren es 131.792. Binnen 24 Stunden wurden laut RKI 49 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert.

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