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Das Gebäude ist eines der markantesten in Karlsruhe, Generationen haben dort eingekauft. Es ist auch ein Stück jüdischer Geschichte. Die Karstadt-Filiale war früher das Kaufhaus Knopf.

Das altehrwürdige Gebäude auf der Karlsruher Kaiserstraße war bis zur Zeit des Nationalsozialismus Sitz der jüdischen Kaufhausdynastie. Sie hatte Filialen in ganz Südwestdeutschland, im Elsass und in der Schweiz. Das Karlsruher Stadtarchiv hat jetzt einem umfangreichen Nachlass der Familie erworben.

Fast 100 Jahre Kaufhausgeschichte

Max Knopf eröffnete 1881 in Karlsruhe unter dem Namen "Geschwister Knopf" ein kleines Textilgeschäft, kurz darauf folgte sein Bruder Moritz Knopf in Straßburg. Weitere Familienmitglieder gründeten Häuser in Freiburg, Lörrach und Zürich. Bis zum endgültigen Ende der Knopf-Ära mit der Schließung des Warenhauses in Basel im Jahr 1978 waren es insgesamt mehr als 80 Niederlassun­gen. Nach Boykottaktionen der Nationalsozialisten gegen die jüdische Familie ab 1933 mussten die Knopfs ihre deutschen Filialen weit unter Wert verkaufen, so auch in Karlsruhe.

Werbeanzeige des Kaufhauses Knopf in Pforzheim aus dem Jahr 1931 (Foto: Stadtarchiv Karlsuhe/Sammlung Serger/Archiv Don Levis)
Werbeanzeige des Kaufhauses Knopf in Pforzheim aus dem Jahr 1931 Stadtarchiv Karlsuhe/Sammlung Serger/Archiv Don Levis

Wertvolle Dokumente im Pappkarton

Das Karlsruher Stadtarchiv hat jetzt einen umfangreichen Nachlass gekauft. In zwei grauen Pappschachteln wurden mehr als 870 Briefe, Postkarten, Dokumente, Fotografien und Verträge übergeben. Sie stammen allesamt von Mitgliedern der weitverzweigten Kaufhausdynastie. Die Dokumente zeigen auch, wie lange sich das Entschädigungsverfahren nach dem Krieg hingezogen hat. Die Dokumente sollen zunächst wissenschaftlich erfasst und später auch online veröffentlicht werden. Ekkehard Jayme:

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