Eine Sirene steht auf einem Gebäude nahe dem Europaplatz in Freiburg.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth)

Neben Sirenen und Monitoring

Nach Flutkatastrophe: Baden-Württemberg plant Katastrophenschutz-Übungen

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Baden-Württemberg will die Bevölkerung besser vor Katastrophen schützen. Übungen mit der Bevölkerung, insbesondere an Schulen, sowie neue Sirenen sollen helfen.

Nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sollen die Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg besser auf Gefahrensituationen vorbereitet werden. Dazu sind ab dem kommenden Jahr Katastrophenschutz-Übungen mit der Bevölkerung geplant. Das gab das Innenministerium nach der Kabinettssitzung am Dienstag bekannt.

In die Übungen sollen die Menschen im Land aktiv mit einbezogen werden, um etwa die Selbsthilfefähigkeit jedes Einzelnen zu stärken. "Wenn die Sirene aufheult und keiner weiß, was das bedeutet, ist auch noch nicht viel geholfen", erklärte Innenminister Thomas Strobl (CDU).

Kretschmann: Kinder für Katastrophenschutz sensibilisieren

Auch an den Schulen soll der Katastrophenschutz künftig eine größere Rolle spielen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) und Innenminister Strobl (CDU) aufgefordert, bis Anfang kommenden Jahres ein verbindliches Konzept vorzulegen, wie das Thema an den Schulen behandelt werde. Die Schüler würden ihr Wissen dann in die Familien tragen, sagte Kretschmann - auch etwa in Migrantenfamilien, die man teils schlecht erreiche.

Land prüft 24-Stunden-Monitoringsystem

Neben Katastrophenschutz-Übungen will das Land die Einführung eines sogenannten 24-Stunden-Monitoringsystems prüfen. Das geht aus der Kabinettssitzung am Dienstag hervor. Bei einem solchen Monitoringsystem sollen unterschiedliche Daten von prognostizierten Niederschlagsmengen ausgewertet werden. So soll es möglich sein, die Bevölkerung rechtzeitig zu warnen.

Noch Mitte Juli hatte Baden-Württembergs Innenminister Strobl (CDU) im SWR betont, dass das Land in Sachen Katastrophenschutz gut aufgestellt sei. Wieso man allerdings in früherer Zeit Sirenen abmontiert habe, habe er nie verstanden. Mehr dazu sehen Sie hier im Video-Beitrag:

Video herunterladen (3,9 MB | MP4)

Ausbau von Sirenen

Ein weiterer Baustein bei der Warnung der Bevölkerung sollen Sirenen sein. Der Landesanteil aus dem Sirenen-Förderprogramm des Bundes - rund 11 Millionen Euro - soll dafür genutzt werden, um neue Sirenen anzuschaffen und den Sirenen-Alarm zu verbessern.

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