Geburtshilfe Klinikum Mittelbaden (Foto: Pressestelle, Kreisklinikum Mittelbaden)

Wie geht es weiter mit der Geburtshilfe in Rastatt?

Klinik-Geschäftsleitung empfiehlt: Kreißsaal in Rastatt für immer schließen

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Die Geschäftsleitung des Klinikums Mittelbaden hat sich am Dienstagabend klar gegen eine Wiedereröffnung der Geburtshilfestation in Rastatt ausgesprochen. Die beiden Kreißsäle der Rastatter Klinik sind seit Beginn der Corona-Pandemie geschlossen.

Seit März 2020 ist in der Rastatter Klinik kein Kind mehr zur Welt gekommen. Die beiden Kreißsäle dienen seitdem als Reservekapazität zur Überwachung von Intensivpatienten. Wie es nun damit weitergehen soll, war am Dienstagabend bei einer Informationsveranstaltung des Klinikums Thema.

Rund 50 Teilnehmer kamen zur Informationsveranstaltung am Dienstabend. (Foto: SWR)
Rund 50 Teilnehmer kamen zur Informationsveranstaltung am Dienstabend.

Babys sollen in Baden-Baden geboren werden

Die Geschäftsführung des Klinikums Mittelbaden sprach sich nun öffentlich dafür aus, die Geburtshilfe künftig komplett im neuen Mutter-Kind-Zentrum in Baden-Baden zu konzentrieren und die Entbindungsstation Rastatt endgültig zu schließen.

Viele Frauen aus Rastatt mussten zuletzt nach Baden-Baden fahren, um dort ihr Kind auf die Welt zu bringen. Das wird jetzt wohl so bleiben. Dabei ist Rastatt nicht die einzige Geburtsstation, die schließt. Marion Laurenz war leitende Hebamme in Rastatt und wurde mit der coronabedingten Schließung nach Baden-Baden versetzt. Sie telefoniert oft mit anderen Kliniken, die nach Unterstützung fragen.

"Aus dem Pforzheimer Raum, aus dem Karlsruher Raum, aus dem Offenburger Raum kommen die Frauen zu uns. Dieser Zwischenstopp Rastatt, der die Frauen vielleicht auch noch mit betreuen könnte, der ist nicht mehr da."

Hebamme: Frauen wurden mit Wehen in andere Klinik geschickt

500 bis 600 Babys jährlich kamen auf der Geburtshilfestation in Rastatt zur Welt. Wo könnten all diese Geburten in Zukunft stattfinden? Die Station in Rastatt sei nicht einfach so entbehrlich, sagt Anja Lehnertz vom Verein Motherhood. Sie habe erlebt, dass Frauen in Kliniken erst betreut wurden und dann unter der Geburt mit regelmäßigen Wehen aus Kapazitätsgründen in eine andere Klinik geschickt wurden, so Lehnertz.

"Dem Vater wurde gesagt, fahren Sie bitte nach Baden-Baden und wenn ihr Kind unterwegs kommt, fahren Sie rechts ran, rufen die 112 und dann kommt das Kind halt im Auto."

Dennoch empfiehlt die Geschäftführung des Klinikums Mittelbaden die Zusammenlegung der Kreißsäle in Baden-Baden. Hauptgründe dafür seien sinkende Geburtenzahlen, neue Versorgungsstandards und Personalmangel bei Hebammen und Ärzten. Über die Schließung der Rastatter Geburtshilfe müssen die Gesellschafter des Klinikums Mittelbaden entscheiden – also der Landkreis Rastatt und die Stadt Baden-Baden.

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