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Der Zoo Karlsruhe steigt wieder in die Zucht bedrohter Urwildpferde ein. Im Tierpark Oberwald, einer Zweigstelle des Karlsruher Zoos, sollen in Zukunft die stark gefährdeten Przewalski-Pferde gezüchtet werden.

Ermöglicht wird die Zucht der Urwildpferde durch einen Neuzugang im Tierpark Oberwald. Przewalski-Hengst Cam aus dem Prager Zoo soll beim Artenerhalt mit anpacken. Von ihm und den beiden Stuten Xenia und Rulanga, die bereits im Tierpark leben, erhofft sich der Zoo Nachwuchs. Später sollen die Tiere ausgewildert werden.

"Das ist ein Prachtbursche. Die Stuten zeigen ihm trotzdem gleich, wer hier das Sagen hat."

Schmerzhaftes Kennenlernen

Das Kennenlernen zwischen den Stuten und dem neuen Hengst im Stall verlief allerdings nicht ohne Schrammen. Zwischen den Geschlechtern geht es bei den Przewalski-Pferden laut Robert Ruder, dem Revierleiter im Tierpark Oberwald, von Natur aus recht ruppig zu. So musste Hengst Cam zur Begrüßung gleich mehrere Bisse und Tritte einstecken. Das sei aber normal, das gegenseitige Interesse sei trotzdem groß, so Ruder. Was sich liebt, das neckt sich eben!

Urwildpferze im Tierpark Oberwald (Foto: Pressestelle, Timo Deible/Zoo Karlsruhe)
Schmerzhaftes Date: Der neue Przewalski-Hengst im Tierpark Oberwald wird von den Stuten ruppig empfangen. Pressestelle Timo Deible/Zoo Karlsruhe

Urwildpferde fast ausgerottet

Das Przewalski-Pferd stammt ursprünglich aus der eurasischen Steppenlandschaft. Dort wurde es allerdings vom Menschen ausgerottet. Einige wenige Tiere befanden sich jedoch noch in menschlicher Obhut. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms, das vom Zoo Prag geleitet wird, wurde der Bestand der Urwildpferde dann durch gezielte Zucht wieder aufgestockt.

Karlsruher Zoo will zur Arterhaltung beitragen

Mittlerweile gibt es wieder einige Freilandpopulationen der Przewalski-Pferde. Die Art gilt nicht mehr als vom Aussterben bedroht, wird in der Roten Liste als "nur noch" stark gefährdet geführt. Die Urwildpferde seien dadurch aber noch lange nicht gerettet. "Ziel muss es sein, mit dem großen Engagement der Zoogemeinschaft wieder große Bestände in der Natur aufzubauen", betont der Karlsruher Zoodirektor Matthias Reinschmidt.

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