Ziegenweide der Landschaftspflege Lingenfelser in WöschbachPfinztal (Foto: SWR)

Fremde halten sich nicht an Regeln

Falsche Fütterung: 23 Ziegen sterben in Pfinztal

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AUTOR/IN
Fabiola Germer

"Bitte nicht füttern!" - Jeder kennt die Schilder, doch viele halten sich offenbar nicht dran. In Pfinztal bei Karlsruhe sind wegen falscher Fütterung viele Ziegen gestorben.

Verschimmeltes Brot, vergammeltes Obst und gebrauchte Damenbinden – das alles landete schon auf der Ziegenweide von Manuela und Dirk Lingenfelser. 23 Ziegen haben sie von November 2020 bis heute verloren. Darunter 18 Jungtiere. Eine Ziege kämpft immer noch um ihr Leben.

Ahnungslose Fremde füttern Ziegen

Nach und nach lagen immer mehr tote Ziegen auf der Weide und im Stall. Familie Lingenfelser beschließt zwei verstorbene Tiere zu Untersuchungen in die Pathologie zu geben. Der Mageninhalt der Tiere zeigt eindeutig: Die Ziegen wurden von Fremden gefüttert. Manuela Lingenfelser erklärt, wieso es wichtig ist, dass sich jeder an das Fütter-Verbot hält:

Für die Tiere kann eine fremde Fütterung lebensgefährlich sein oder im schlimmsten Fall einen qualvollen Tod bedeuten. Sie können laut Manuela Lingenfelser unter stundenlangen Krämpfen leiden, wenn sie nicht früh genug entdeckt werden.

Ziegenwanderung soll aufklären

Für die Familie Lingenfelser entstehen nicht nur hohe Kosten und ein wirtschaftlicher Schaden. Es ist auch ein großer Verlust eines Lebewesens. Daraus ziehen sie jetzt Konsequenzen: Sie wollen aufklären. Sie organisieren deshalb Ziegenwanderungen für Kinder, damit schon die Kleinsten lernen das Füttern nur erlaubt ist, wenn die Tierhalter zustimmen. In Zukunft wollen die Besitzer Kameras aufstellen.

Ziegenweide der Landschaftspflege Lingenfelser in WöschbachPfinztal (Foto: SWR)
Ziegenweide der Landschaftspflege Lingenfelser in Wöschbach/Pfinztal
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Fabiola Germer