Der Straßenstrich in Karlsruhe (Foto: SWR)

Zwischen Abfall und alten Autos

Prostitution in Karlsruhe: "Würdelose Zustände auf dem Straßenstrich"

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AUTOR/IN
Jannik Volz

Der Straßenstrich in Karlsruhe ist in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgedrängt worden. Diakonie und Prostituiertenberatungsstelle "Luise" kritisiersen die prekären Umstände.

Den Karlsruher Straßenstrich, oder einen Teil davon, findet man unter einer breiten Eisenbahnbrücke im Osten der Stadt. Steht man davor, sieht alles noch recht harmlos aus. Geht man aber hinein, in den Schatten, hinter parkende Sattelzuganhänger, traut man seinen Augen kaum.

Von der Straße unter die Brücke und ins Gebüsch

Auf den ersten Blick könnte man vermuten, dass es sich um ein verlassenes Obdachlosenlager handelt. Doch in dieser Umgebung will niemand seine Nacht verbringen. Weiß man es nicht, ahnt man kaum, was hier jede Nacht passiert. Manche müssen dort die Nacht verbringen, um auf dem Straßenstrich Geld zu verdienen. Von der Straße davor geht es unter die Brücke, ins Gebüsch, auf den Boden, in den Dreck.

"Es wird geduldet aus Unwissenheit. Die Leute wissen nicht, was hier passiert."

Geldverdienen zwischen Schmutz und Abfall

Unter der Brücke ist alles vermüllt. Zwischen Autoreifen und leeren Alkoholflaschen liegen unzählige benutze Kondome, Medikamentenverpackungen, einzelne Schuhe, zerrissene Kleidung, Frauenunterwäsche. Im Gebüsch liegt etwas Metallisches, bei genauerem Hinsehen entpuppt es sich als eine breite Messerklinge. Es sind gesundheitsgefährdende, unsichere, unhygienische und würdelose Bedingungen, kritisiert das Diakonische Werk in Karlsruhe.

"Wir brauchen einen menschenwürdigen Straßenstrich, ohne Gewalt und ohne gesundheitliche Gefahren!"

Hilfe für die meist osteuropäischen Frauen

Mit dem Weltfrauentag im Hintergrund haben Diakonie und die Beratungsstelle für Prostituierte "Luise" auf die Situation der Frauen aufmerksam gemacht. Bis zu 30 Frauen sind jede Nacht in Karlsruhe auf dem Straßenstrich unterwegs. Einer von sieben Standorten ist die Eisenbahnbrücke im Karlsruher Osten. Die Frauen, die hier arbeiten, stammen meistens aus Osteuropa.

Mit der Aktion sollen die Verhältnisse verbessert werden. Wichtig seien unter anderem Kontakte und Beratungen vor Ort. Schließlich müsse es auch darum gehen, ein sicheres und sauberes Umfeld für die Frauen zu schaffen.

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