Kevin Fingermann von der Wildvogelauffangstation Fingermann zeigt in einer Voliere einen Mäusebussard (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uli Deck)

Zukunft ist ungewiss

Tierschutz und Hygiene - wie geht es weiter mit der Wildvogelauffangstation in Rastatt?

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Bis Ende Juli gilt für die Wildvogelauffangstation in Rastatt ein Aufnahmestopp. Noch ist nicht klar, ob und wie es dann weitergeht. Zwischen Betreiber und Amt gibt es Streit.

Aktuell seien die Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme der Wildvogelauffangstation nicht erfüllt, teilte ein Sprecher des Landratsamts Rastatt mit.

"Im Kern muss sichergestellt sein, dass die Aufnahme und Pflege von Wildtieren und im Konkreten von Wildvögeln vor allem den tierschutzrechtlichen Anforderungen entsprechen."

Der aktuelle Betreiber, Kevin Fingermann, fordert wiederum von der Stadt Unterstützung bei der Finanzierung der Station. Ehrenamtlich seien die vom Landratsamt gestellten Anforderungen an ein Betriebskonzept nicht mehr leistbar, sagte er dem "Badischen Tagblatt".

Pierre Fingermann übergab die Wildvogelauffangstation an seinen Enkel

Nach monatelangem Streit hatte das Landratsamt im vergangenen Dezember ein Aufnahmeverbot von Tieren verhängt. Der Grund: Mängel bei Tierschutz und Hygiene in der Auffangstation.

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Pierre Fingermann, der die Station seit 28 Jahren betrieben und nach eigenen Angaben schon mehr als 10.000 Wildvögel aufgepäppelt hatte, gab sein Engagement damals mit sofortiger Wirkung auf. Er übertrug die Verantwortung seinem Enkel Kevin.

Landratsamt: Nachweis von Hospitanz und große Volieren fehlen

Um die Wildvogelauffangstation adäquat zu betreiben, hospitierte Enkel Kevin Fingermann nach eigenen Angaben regelmäßig in einer Tierarztpraxis. Auch plante er wohl Praktika in anderen Auffangstationen.

Doch weder zu den Praktika noch zur Anschaffung einer größeren Greifvogelvoliere gebe es bisher Nachweise, kritisierte das Landratsamt. Diese seien aber zentrale Forderungen der Veterinärbehörde, um solch eine Auffangstation im Sinne des Tierschutzes betreiben zu dürfen.

Pierre Fingermann (r) und sein Enkel Kevin Fingermann von der Wildvogelauffangstation in Rastatt (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uli Deck)
Pierre Fingermann (r) und sein Enkel Kevin Fingermann von der Wildvogelauffangstation in Rastatt picture alliance/dpa | Uli Deck

Weiter heißt es, die Veterinärbehörde habe wiederholt Hilfe angeboten und sei jederzeit gesprächsbereit. Dies gelte auch für das Erstellen eines guten Managementkonzepts.

"Ein fertiges, prüffähiges Konzept liegt der Veterinärbehörde jedoch aktuell nicht vor."

Wie viele Wildvogelauffangstation es in Baden-Württemberg gibt, ist nicht genau erfasst. Speziell für Vögel dürften es gut zwei Dutzend sein. Tierschützer sehen hier einen Mangel und fordern mehr staatliche Unterstützung der oft ehrenamtlich Arbeit.

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