Ein guter Weinherbst in Baden neigt sich seinem Ende entgegen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, SWR, Picture Alliance)

Trotz schwieriger Wetterbedingungen

Badische Winzer freuen sich auf den Jahrgang 2022

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Heiner Kunold
Das ist Heiner Kunold (Foto: SWR)

Kurz vor Ende der Weinlese in Baden sind die Winzer zufrieden mit Qualität und Menge. Trotz der Trockenheit sei man mit einem blauen Auge davon gekommen, hieß es übereinstimmend.

"Das ist ein großer Herbst", sagt Robin Bischoff vom gleichnamigen Bioweingut in Keltern-Dietlingen. Nicht ganz so wie 2018. Aber gerade die Biowinzer freuen sich in dieser Saison, nachdem sie im vergangenen Jahr Ausfälle von bis zu 70 Prozent hatten wegen der großen Feuchtigkeit. Die Lese hat dieses Jahr früh begonnen. Beim Weingut Bischoff fehlen nur noch der Riesling und der Spätburgunder. Anfang kommender Woche wollen die Dietlinger fertig werden.

Regen im August hat dem Wein gut getan

Der Regen dieses Jahr hat dem Wein Ende August eher gut getan, berichtet Axel Rothermel vom Weingut Thalsbach. Die Östringer haben ihre Ernte bereits abgeschlossen und sind sowohl mit den Mostgewichten als auch mit der Menge zufrieden. Sie liegt sogar noch leicht über der der vergangenen Jahre, berichtet Axel Rothermel.

"Die Saison ist Balsam auf unsere geschundenen Winzerseelen nach zwei schwierigen Jahren." 

Die vereinigten Weingüter Heitlinger in Östringen-Tiefenbach und Ravensburg in Sulzfeld freuen sich über eine gelungene Saison, sagt Geschäftsführer und Winzer Claus Burmeister. Auch hier stimmen Menge und Qualität, obwohl noch rund ein Drittel gelesen werden muss. Mehr Regen mögen Burmeister und seine Kollegen jetzt lieber nicht, weil sich die Trauben weiter vollsaugen und platzen könnten. Außerdem lassen sich Steillagen im Kraichgau per Hand bei großer Nässe nur unter erschwerten Bedingungen ernten.

Menge und Mostgewicht stimmen

Auch die rund 200 aktiven Winzer von der Genossenschaft Alde Gott in Sachsbachwalden werden spätestens übernächste Woche fertig mit ihrer Weinlese, berichtet Geschäftsführer Günter Lehmann. Mit dem Regen der vergangenen Tage war die Ernte unterbrochen. Die Ortenauwinzer freuen sich über die guten Mostgewichte ebenso, wie über Alkoholgehalt oder einen schönen Fruchtgehalt der neuen Ernte. Vor allem von der Menge her sind die Winzer in Sasbachwalden in diesem Jahr zufrieden. Die Genossenschaft wird wieder die angestrebten 1,8 Millionen Liter erreichen, berichtet Geschäftsführer Lehmann.

Preise eher schwer zu halten

Was die Preise der neuen Ernte angeht, will sich Lehmann allerdings noch nicht festlegen. Das soll erst im nächsten Frühjahr entschieden werden. Nach rein betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten komme man gar nicht um eine Preiserhöhung herum, allerdings brauchte es auch eine Kundschaft, die solche Preise bezahlen könne.