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In Karlsruhe fanden am Freitag erneut Warnstreiks im Einzelhandel statt. Betroffen von der Protestaktion waren Filialen der Textilketten Primark und H&M sowie von Kaufland.

Begleitet wurden die Streiks von einem Demonstrationszug durch die Innenstadt und einer abschließenden Kundgebung auf dem Friedrichsplatz. Die Gewerkschaft Verdi hatte zu der Protestaktion aufgerufen.

"Das, was wir bekommen, ist nicht gerechtfertigt und das, was Kaufland uns anbietet [...], ist lachhaft."

Rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten sich am Vormittag auf dem Europaplatz versammelt. Die Geschäfte waren zwar offen, aber die Kundinnen und Kunden mussten sich auf längere Schlangen an den Kassen und weniger Servicepersonal einstellen.

Gewerkschaft lehnt Angebot der Arbeitgeber ab

In der laufenden Tarifrunde im Einzel- und VersandhandeI in Baden-Württemberg gab es bislang noch keine Annäherung. Die Arbeitgeber bieten eine gestaffelte Lohnerhöhung über drei Jahre, abhängig von der Wirtschaftslage des jeweiligen Unternehmens in der Pandemie. Das Angebot entspreche nicht einmal dem Inflationsausgleich, so ein Verdi-Sprecher in Karlsruhe. Die Verhandlungen wurden unterbrochen. Einen Folgetermin wollen die Verhandlungsführungen in den kommenden Tagen festlegen.

"Das ist von den Arbeitgebern nicht der Respekt, den die Einzelhandelsbeschäftigten gerade in der Pandemie verdient haben."

Gewerkschaft will den Druck erhöhen

Im Einzel- und Versandhandel in Baden-Württemberg arbeiten nach Angaben von Verdi rund 490.000 Beschäftigte. Die Gewerkschaft fordert 4,5 Prozent mehr Lohn und einen Zuschlag von 45 Euro im Monat sowie einen Mindestlohn von 12,50 Euro pro Stunde. Auszubildende sollen außerdem monatlich 100 Euro mehr Geld bekommen.

In den kommenden Tagen will die Gewerkschaft verstärkt zu Warnstreiks aufrufen.

Stuttgart

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