Das Henry-Arnauld-Museum der Waldenser in Öetisheim-Schönenberg (Foto: SWR)

300. Todestag von Henri Arnaud

Das Waldenser-Jubiläum in Ötisheim-Schönenberg

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AUTOR/IN
Jürgen Essig

Vor 300 Jahren starb der Waldenserführer Henri Arnaud in Ötisheim-Schönenberg. Noch heute ist die Erinnerung an den Pfarrer bei den Nachfahren der Waldenser lebendig.

Die Geschichte der Menschheit ist voller Flucht und Vertreibungen. Am 8. September 1721 starb Henri Arnaud im Ötisheimer Ortsteil Schönenberg bei Mühlacker (Enzkreis). Der Pfarrer war der Anführer des Waldenserzuges aus den französischen Alpen nach Württemberg, Baden und Hessen.

Noch heute erinnern in Schönenberg die Kirche und ein Museum sowie der Sitz der deutschen Waldenservereinigung an den Mann, der vermutlich auch die Kartoffel mit nach Baden und Württemberg brachte.

Das Herzstück der Waldenser in Deutschland

Hier steht das Ende einer Flucht. Wer von Mühlacker nach Schönenberg fährt, dem fällt sofort die Kirche auf der linken Straßenseite auf. Gegenüber, etwas zurückgesetzt in einem schönen Garten, steht ein Fachwerkhaus. Die Henri-Arnaud-Kirche und sein Wohn- und Sterbehaus, das ist für die Waldenser das Herzstück für die Waldenser in Deutschland, sagt Dorothea Vincon, die 1. Vorsitzende der Deutschen Waldenservereinigung.

"Waldenser sein, das ist ein evangelisch-protestantisches Glaubensbekenntnis und das macht den Waldenser auch heute noch aus."

Henri Arnaud führte 1698 rund 3.000 arme Bergbauern aus den Westalpen über die Schweiz nach Württemberg, sie hatten die Katholische Kirche herausgefordert und mussten flüchten. Der Zug der Waldenser fand in Württemberg, Baden-Durlach und Hessen-Darmstadt eine neue Heimat. Lange Zeit lebten sie hier in sprachlich und konfessionell eigenständigen Siedlungen.

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