Eisvogel entlang des Rheins soll besser geschützt werden (Foto: IMAGO / Shotshop)

5.000 Hektar Fläche

Zuflucht für Eisvogel und Zwergdrommel - Vogelschutz entlang des Rheins

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Zwischen Karlsruhe und Philippsburg liegt entlang des Rheins ein rund 5.000 Hektar großes Vogelschutzgebiet. Es ist ein wichtiges Rast- und Brutgebiet für bedeutende europäische Vogelarten. Jetzt will das Regierungspräsidium Karlsruhe das Areal als Natura-2000-Gebiet weiterentwickeln und noch besser schützen.

Schon früh am Morgen legt sich Rolf Klein auf die Lauer. Er und sein Kollege sind entlang des Rheins bei Karlsruhe auf der Suche nach Vögeln. Bewaffnet mit Ferngläsern ziehen sie durch die Rheinauen, wandern die Altrheinarme ab, sind auf Feldern unterwegs.

Sogar eine ganze Auswahl verschiedener Vogelrufe haben sie mit dabei, um die nicht selten scheuen Flattermänner aus ihren Verstecken zu locken. Und das ist eine Menge Arbeit, denn an unterschiedlichen Lebensräumen und Vogelarten mangelt es nicht. In den Waldbereichen tummeln sich Spechte, auf den Wiesen nisten Neuntöter und Wendehals, während sich an den Ufern der Gewässer Blaukehlchen, Zwergdrommel und Rohrweiher wohl fühlen.

"Viele Vogelarten weisen einen guten Bestand auf, manche Arten wie zum Beispiel die Beutelmeise sind allerdings ganz verschwunden."

Die aufwändige Vogelzählung ist Teil eines Managementplans, den das Regierungspräsidium Karlsruhe für das Vogelschutzgebiet entlang des Rheins anlegen will. Der soll den Standards der europäischen Natura-2000-Richtlinien gerecht werden. Dadurch soll der Artenschutz und Erhalt in Natur- und Vogelschutzgebieten in ganz Europa auf einem einheitlichen Niveau gesichert werden. Eine detaillierte Untersuchung ist daher besonders wichtig, so Elena Rieß vom Regierungspräsidium Karlsruhe.

"Es ist wichtig die Population und Verbreitung der Vogelarten möglichst genau festzustellen. Nur dann können wir passende Maßnahmen für die Erhaltung der Arten in den betroffenen Gebieten veranlassen."

Bis zum Frühjahr 2023 soll aus den gesammelten Daten ein Maßnahmenplan für das Vogelschutzgebiet entstehen. Diese Maßnahmen können am Ende ganz unterschiedlich aussehen. Von einfachen Nutzungsempfehlungen für bestimmte Gebiete, bis hin zu, im drastischsten Fall, der Sperrung eines Baggersees zum Schutz einer bedrohten Vogelart. Auch wenn solche Ausnahmesituationen sehr unwahrscheinlich sind, wie Elena Rieß betont.

Wie auch immer der künftige Plan für das Vogelschutzgebiet aussieht, betroffen sein werden davon vor allem die vielen Sportvereine entlang des Rheins. Sie leben mit vielen Vogelarten Seite an Seite. Das sie schon so früh in die Planungen einbezogen werden, freut die Verantwortlichen der Vereine, wie zum Beispiel Günther Werner vom Kanusportkreis Bruchsal. Er hatte es in der Vergangenheit schon öfter erlebt, dass Wassersportvereine in solchen Fällen einfach vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe hofft er am Ende auf eine Lösung, mit der alle Beteiligten leben können.

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