Bei der Vesperkirche in Karlsruhe wird das Essen wegen der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr draußen verteilt. (Foto: SWR)

Essen in der Kirche ist nicht erlaubt

Essen nur zum Mitnehmen: Karlsruher Vesperkirche findet dennoch statt

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Am Sonntag ist die Karlsruher Vesperkirche gestartet. Wegen Corona ist es auch dieses Jahr nicht erlaubt, in der Kirche zu essen. Das Essen wird stattdessen draußen ausgegeben.

Überlicherweise dürfen die Gäste der Vesperkirche in der Karlsruher Johanniskirche zusammensitzen, miteinander reden und essen. Das ist dieses Jahr wieder nicht möglich. Stattdessen gibt es eine Straßenvesperkirche, das warme Essen wird also draußen ausgeteilt.

"Lange war unklar, wie wir die Vesperkirche durchführen können, aber wir sind froh, dass wir mit Abstand und Maske für die Menschen da sein können."

Vesperkirche darf trotz Omikron stattfinden

Das hat den Vorteil, dass die Gäste weder geimpft noch getestet sein müssen. Viele Gäste der Vesperkirche seien nicht geimpft, sagt die Pfarrerin der Johanniskirche Lara Pflaumbaum. Sie und das Organisationsteam der Vesperkirche sind froh, dass die Aktion angesichts der Omikron-Variante überhaupt stattfinden kann. Es sei wichtig, dass man den Menschen eine Anlaufstation anbiete, gerade für die, die am Rand stehen, und Ängste haben, so Pflaumbaum.

Um für größtmögliche Sicherheit zu sorgen, wurde eine "Essensstraße" aufgebaut, die durch mehrere Hinterhöfe führt. So sind die Ein- und Ausgänge entzerrt. Alle Gäste müssen Maske tragen und zwei Meter Abstand halten. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen den 2G-Plus-Status erfüllen.

"Letztes Jahr hat es schon unglaublich viel Spaß gemacht - trotz Corona. Das Team ist einfach super und es tut einfach gut Menschen etwas Gutes zu tun, denen es sonst vielleicht nicht ganz so gut geht."

Für die Gäste der Vesperkirche gibt es jeden Tag ein warmes Mittagessen zum Mitnehmen, dazu belegte Brote, Obst und etwas Süßes. Pro Tag sind 300 Essensportionen vorgesehen. Außerdem geben die beiden Diakonie-Einrichtungen "Tür" und "A hoch 3" pro Tag jeweils 50 Portionen aus.

Kleiderkammer und Impfaktion für Gäste

Dabei richtet sich das Angebot nicht nur an Karlsruher, die Gäste kommen zum Teil aus dem Albtal oder dem Enzkreis, erzählt Pfarrerin Lara Pflaumbaum. Neben dem Essen gibt es aber noch weitere Angebote: In der Kirche gibt es eine Kleiderkammer sowie an einzelnen Tagen eine ärztliche Seelsorge. Außerdem bietet eine Ärztin an zwei Tagen Corona-Impfungen an.

"Wir sind froh, dass wir die Impfungen anbieten können, aber wir wollen dennoch nicht, dass der Eindruck entsteht, wir würden die Gäste dazu überreden wollen."

Die Idee der Vesperkirche stammt aus Stuttgart. 1994 wollte der Pfarrer Martin Fritz ein Angebot schaffen, für Menschen, die einsam, bedürftig oder von der Gesellschaft ausgegrenzt sind. Seit 2014 gibt es die Vesperkirche in Karlsruhe. Dieses Jahr geht sie bis 6. Februar. Auch in Pforzheim gibt es eine Vesperkirche. Sie startet am 16. Januar und endet am 13. Februar.

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