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Historische Gebäude und die Geschichten dahinter erkunden, dass macht man oft nur im Urlaub. Aber geht das auch vor der eigenen Haustür? Auf jeden Fall, findet Susanne Klemm. Sie hat das Fotoprojekt "Geschichte im Bild" im sozialen Netzwerk Instagram ins Leben gerufen.

Wenn Susanne Klemm durch die Karlsruher Innenstadt spaziert schaut sie ganz besonders genau hin. Mit alten Fotoaufnahmen und ihrem Smartphone bewaffnet, zieht es sie an historische Plätze wie den Marktplatz oder das Schloss. Aber auch zu eher unbekannten Ecken, die zwar auf den ersten Blick unscheinbar wirken, aber trotzdem eine besondere Geschichte erzählen können.

Susanne Klemm (Foto: SWR)
Susanne Klemm, Karlsruhe

Ich finde, dass man im Alltag häufig an alten Gebäuden vorbei läuft und sich fragt: Wie sah es wohl früher hier aus? Dieser Moment begegnet mir persönlich sehr häufig und daraus wollte ich etwas erschaffen.

Der nächste Spot

Bis die Fotomontage für das soziale Netzwerk fertig ist, kann es bis zu drei Stunden dauern: Bevor es in die Stadt geht, heißt es erstmal stapelweise Bücher wälzen, im Stadtarchiv recherchieren und potentielle Orte festlegen, die für den nächsten Beitrag auf Instagram spannend sein könnten. Die alten Fotos werden dann gescannt und gedruckt. Vor Ort gilt es dann den richtigen Winkel zu finden, damit die historische Aufnahme so gut wie möglich in die gegenwärtige Kulisse passt. Susanne Klemm hat sich ganz bewusst für diese Art der Darstellung entschieden: Das Alte soll mit dem Neuen verschmelzen, um eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen.

Die Art und Weise die Bilder so miteinander zu kombinieren, hat sie im Internet entdeckt und war davon direkt begeistert. Schon der Geschichtsunterricht in der Schule hat ihr großen Spaß gemacht. Der entscheidende Moment kam dann an Weihnachten: Von ihrer Oma bekam Susanne alte Ansichtskarten von Karlsruhe geschenkt und während der Corona-Pandemie hatte sie dann genügend Zeit ihr Projekt zu planen. Für Susanne Klemm war klar: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt ihr Interesse an Geschichte und die Liebe zu ihrer Heimatstadt zu verknüpfen und das Ganze dann auch noch für mehr Menschen, als nur Freunde und Bekannte, zugänglich zu machen.

Man erfährt immer nur von historischen Ereignissen aus größeren Städten wie Berlin, München oder Nürnberg. Vor allem, wenn es um den Zweiten Weltkrieg geht. Mich interessiert aber auch was hier direkt bei mir um die Ecke damals passiert ist.

Geschichte und Instagram: Potentielles Unterrichtsmaterial für die Zukunft?

Ihr Account "Geschichte im Bild" ist mit 1.000 Followern noch vergleichsweise klein. Aber allein um die Anzahl der Follower geht es ihr nicht. Sie ist froh, dass sie ihre Begeisterung für die Karlsruher Stadtgeschichte mit anderen Menschen teilen kann. Sogar Geschichtslehrer, die zufällig auf ihr Instagram Profil stoßen, haben sich bei ihr gemeldet, sich für den Input bedankt und dass sie das Profil an ihre Schülerinnen und Schüler empfohlen haben.

Der Instagram Account von Susanne Klemm "Geschichte im Bild"

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