Regenerative Kraftstoffe werden am KIT erforscht. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Aus Stroh wird Benzin

Verkehrsminister Hermann am KIT: Erneuerbare Kraftstoffe wichtig für die Zukunft

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Fabiola Germer
Ein Bild von Fabiola Germer (Foto: SWR, Patricia Neligan)

Erneuerbare Kraftstoffe sollen ein Baustein der Mobilität der Zukunft sein. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann informierte sich am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) über den Stand der Forschung.

Im Mittelpunkt des Besuchs standen die Themen Mobilität der Zukunft sowie die Herstellung klimafreundlicher Kraftstoffe. Minister Hermann (Grüne) besuchte unter anderem das "Energy Lab" auf dem Gelände des KIT-Campus Nord. Dort werden im Projekt "reFuels" klimafreundliche Designer-Kraftstoffe erforscht, die in herkömmlichen Diesel- oder Benzin-Fahrzeugen verwendet werden können.

Mobilität der Zukunft: Aus Stroh Benzin herstellen

Einer der Wege, um klimafreundlichere Kraftstoffe herzustellen, sei beispielsweise die Verarbeitung von Stroh zu synthetischem Benzin, so Olaf Tödter, Leiter des Forschungsprojekts "reFuels". Dahinter stecken komplizierte Vorgänge, die jedoch einen funktionsfähigen Kraftstoff hervorbringen, sagt Tödter. Die Fahrzeugflotte auf dem KIT-Campus Nord sei bereits mit erneuerbaren Kraftstoffen ausgestattet. Auch Tests mit Zügen der Deutschen Bahn hätten gezeigt, dass auch hier erneuerbare Kraftstoffe eingesetzt werden könnten, sagt der Projektleiter.

Verkehrsminister fordert mehr Tempo

In einer Landtagsdebatte um erneuerbar erzeugte Kraftstoffe (reFuels) hat Verkehrsminister Winfried Hermann mehr Tempo bei der Umsetzung von reFuel-Projekten im industriellen Maßstab und eine schnellere Bereitstellung von Fördermitteln gefordert.

"Zum Erreichen der ambitionierteren Klimaziele im Land, beim Bund, in der EU brauchen wir reFuels dringend und sehr zeitnah."

Diese Kraftstoffe seien im reFuels-Projekt am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bereits ausreichend erforscht und in der praktischen Anwendung erprobt, so Hermann. Man müsse schnell aus dem Forschungsmaßstab in die industrielle Massenproduktion kommen. Bei seinem Besuch am Campus Nord betonte er die zunehmende Bedeutung von erneuerbaren Kraftstoffen.

Erneuerbare Kraftstoffe vielleicht im nächsten Jahrzehnt

Es sei wichtig, diese nicht nur zu erforschen, sondern sie auch zur Produktion zu bringen, so Verkehrsminister Hermann. Man sei in Baden-Württemberg auf dem Weg, eine Demonstrationsanlage im großen Stil aufzubauen. Diese werde wahrscheinlich aber erst Ende des Jahrzehnts fertig sein. Eine Massenproduktion von erneuerbaren Kraftstoffen könne wohl erst im nächsten Jahrzehnt beginnen.

Minister Winfried Hermann mit Professoren des KIT im Energy Lab 2.0 (Foto: SWR)
Minister Winfried Hermann mit Professoren des KIT im Energy Lab 2.0

Winfried Herrmann lobte besonders die innovative Forschungsarbeit am KIT. Es sei das Spitzeninstitut in Deutschland, wo genau das vorangebracht werde, worüber in der Politik derzeit viel gesprochen werde.

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Es diskutieren:
Andreas Eschbach, Science-Fiction Autor
Prof. Armin Grunwald, Physiker und Philosoph, Lehrstuhl für Technikethik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Dr. Karlheinz Steinmüller, Physiker, Philosoph, Zukunftsforscher und Autor, Berlin
Gesprächsleitung: Silke Arning

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