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Der Pforzheimer Stadtrat und frühere Porsche-Betriebsratschef, Uwe Hück, will in den Bundestag. Er soll seine Partei "Bürgerbewegung für Fortschritt und Wandel" als Spitzenkandidat in Baden-Württemberg anführen.

Wie es in einer Mitteilung der "Bürgerbewegung für Fortschritt und Wandel" heißt, will die Partei bei der Bundestagswahl in Baden-Württemberg antreten. Der Pforzheimer Stadtrat Uwe Hück soll die Landesliste anführen. Zudem will die Partei den Angaben zufolge in mehreren Wahlkreisen in Pforzheim und im Stuttgarter Raum Direktkandidaten aufstellen.

Hück-Partei tritt nicht in anderen Bundesländern an

Ursprünglich wollte die im Februar in Birkenfeld (Enzkreis) gegründete Partei bei der anstehenden Bundestagswahl auf Bundesebene antreten. Dafür sei es aber noch zu früh, vor allem weil die Gründung von Landesverbänden durch die Pandemie und die Kontaktbeschränkungen erschwert worden sei, so der Bundesparteivorsitzende Sebastian Haase.

Hück soll Gesicht seiner Partei im Wahlkampf sein

Uwe Hück sagte dem SWR, seine Partei trete an, um zu gewinnen. Er wolle ein Mandat für den Bundestag erreichen und es nach einer Legislaturperiode an jemand Jüngeren weitergeben.

"Ich bin ein Kämpfer, wir brauchen einen Neuanfang. Ich lasse mich jetzt von der Kette!"

Die Landesliste mit Hück an der Spitze soll am 19. Juni nominiert werden. Damit diese zugelassen wird, muss die Partei danach allerdings innerhalb eines Monats 2.000 Unterschriften sammeln. "Das ist sportlich", sagte Christoph Mährlein, der ursprünglich als Spitzenkandidat geplant gewesen war, nun aber die Wahlkampfleitung übernimmt.

Uwe Hück zeigte sich dagegen zuversichtlich, die erforderlichen Unterschriften einzusammeln. Wenn er sich eine halbe Stunde in die Stuttgarter Innenstadt stelle und rede, würden gleich 300 Menschen stehen bleiben.

Von der SPD zur "Bürgerbewegung"

Die Partei hat nach eigenen Angaben mittlerweile 200 Mitglieder und einen Landesverband in Baden-Württemberg. Bei ihrer Gründung im Februar hieß es, man werde programmatisch ein größeres Meinungsspektrum zulassen als die klassischen Parteien, sich aber von Nationalismus und Wissenschaftsleugnung klar abgrenzen. Unter anderem setzt sich die Partei für mehr Bürgerbeteiligung ein.

Uwe Hück will eigene Partei gründen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)
picture alliance/dpa | Christoph Schmidt

Hück ist populär und engagiert sich unter anderem mit einer Lernstiftung für benachteiligte Jugendliche sozial. Das ehemalige Waisen- und Heimkind hatte sich vom Lackierer bei Porsche zum mächtigen Gegenspieler der Autobosse hochgearbeitet. Nach vielen Jahren in der SPD verließ er die Genossen vergangenes Jahr nach internem Zwist.

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