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Unwetter haben den badischen Erdbeeranbauern in diesem Jahr die Ernte verhagelt. Es gab hohe Ertragseinbußen im Freiland. Der geschützte Anbau in Tunneln nimmt immer mehr zu.

Der Erdbeeranbau im Freiland war in dieser Saison eine große Herausforderung, schreibt der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer in Bruchsal (Kreis Karlsruhe) in seiner Erntebilanz. Zunächst das kalte und nasse Frühjahr, das zu 13 Prozent weniger Erntemenge führte, dann die Hitze im Juni, gefolgt von Unwettern, die die Früchte im Freiland faulen ließen und ein weiteres Minus von 25 Prozent verursachten.

Preissturz nach Hitze und Unwettern

Starkregen und Hagel haben der Erdbeerhauptsaison im Süden ein Ende mit Preissturz bereitet, so der Verband. Erdbeeren mussten in den letzten Wochen teilweise unter Produktionskosten-Niveau vermarktet werden. Die extreme Witterung habe bei manchen Erdbeerproduzenten für Ernteausfälle von 70 bis 100 Prozent gesorgt.

Erdbeeren werden geerntet  (Foto: SWR, Dirk Starke)
Erdbeerernte im Folientunnel. Dirk Starke

Immer mehr geschützter Anbau in Tunneln

Der geschützte Anbau in Hochtunneln macht mittlerweile 20 bis 25 Prozent in Baden-Württemberg aus und wächst angesichts der zunehmenden Unwettergefahr rasant. Allerdings sind die Folientunnel nicht unumstritten. Umweltschützer und auch Verbraucherinnen und Verbraucher kritisieren den Einsatz der Kunststoff-Tunnel, wegen der Abfälle und der Verschandelung des Landschaftsbildes.

"Der Einsatz von Hochtunneln hat Erdbeererzeugern in diesem Jahr die Ernte gerettet"

In Deutschland produzieren laut Statistischem Bundesamt 1.952 Betriebe auf 11.189 Hektar Anbaufläche Erdbeeren (Zahlen von 2020). Sie konkurrieren unter anderem mit spanischen Erdbeerproduzenten, die mit einem Mindeststundenlohn von 5,76 Euro kalkulieren, während der Mindestlohn in Deutschland bei 9,60 Euro liegt. Wer regionale Erdbeeren möchte, müsse sie auch preislich wertschätzen, so der Verband süddeutscher Erdbeeranbauer.

Blühstreifen und Folien-Recycling

Zumal laut einer Umfrage des Netzwerks der Spargel- und Beerenverbände 77 Prozent der Betriebe Wasser sparende Bewässerungssysteme einsetzen. 62 Prozent benutzen länger einsetzbare Folien, 71 Prozent der Betriebe lassen ihre Folie recyceln und 70 Prozent verwenden recyclebare Verpackungen. Für den Insektenschutz säen 83 Prozent der Erzeuger Blühflächen aus. Auch das unterstütze man mit dem Kauf regionaler Erdbeeren.

Verfügbarkeit von Saisonarbeitskräften bereitet Sorgen

Bei der Verfügbarkeit von Saisonarbeitskräften gaben 29 Prozent der Beeren- und Spargelerzeuger an, sie sei schlechter geworden. Nach der Pandemie rechnen 43 Prozent der Erzeuger mit einer Verschlechterung und 8 Prozent mit einer deutlichen Verschlechterung der Arbeitskräfteverfügbarkeit.

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