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In Karlsbad (Kreis Karlsruhe) hat heftiger Regen am Sonntag zum dritten Mal Straßen und Keller überflutet. Aber woran liegt das? Und was will die Gemeinde dagegen unternehmen?

Die Gemeinde Karlsbad wurde dieses Jahr vom Hochwasser geplagt. Mitte Juni das erste Mal, Ende Juni das zweite Mal und am Sonntag das dritte Mal: drei Mal überflutete Straßen und volle Keller. Im Ortsteil Langensteinbach musste die Feuerwehr zu rund 70 Einsätzen ausrücken.

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"Die Wasserkraft war so groß, dass es bei der Tür die Schlösser rausgerissen hat und hinten den Rahmen. So eine Macht hatte dieses Wasser."

Warum hat es Karlsbad so oft und so heftig erwischt?

Zum einen war es einfach Pech, dass die Gemeinde drei Mal in Folge so viel Regen abbekommen hat. 60 bis 70 Liter pro Quadratmeter, das schaffe keine Kanalisation, sagt Karlsbads Bürgermeister Jens Timm. Dabei seien in seiner Gemeinde die Rohre bereits dicker als anderswo.

Eine Ursache liege bei der Landwirtschaft. Rund um Karlsbad gibt es viele Felder, von denen viel Wasser in die Ortschaften gespült wurde. Vor allem die Maisfelder sind laut Bürgermeister Timm ein Problem. Durch deren lange Furchen könne das Wasser ungehindert fließen, eine wahre "Wasserautobahn", so Timm. Er kündigte bereits Gespräch mit den Landwirten an.

Welche Schutzmaßnahmen ergreift die Gemeinde?

Als Sofortmaßnahme will die Gemeinde die Abwassergräben rund um die Ortschaften tiefer und breiter machen. Längerfristig sollen Fachleute dazugeholt werden, die die Gemeinde dahingehend beraten. Außerdem stellt das Rathaus Sandsäcke zur Verfügung, falls ein neues Unwetter kommt. Die Müllabfuhr fährt Sonderschichten, um den Schutt von Sonntag wegzuschaffen.

Was können Hausbesitzer tun?

Man kann die Kellerwände abdichten und so verhindern, dass sich das Wasser durch die Wände hochdrückt. Wer einen Kellerablauf oder eine Toilette im Keller hat, sollte einen Rückstauverschluss einbauen lassen. Drückt sich das Wasser allerdings durch Fenster oder zerstört Türen, hilft das alles leider nichts. Bei der Gebäudeversicherung sollte man darauf achten, sein Haus gegen Elementarschäden zu versichern. Dafür kommt eine normale Hausrat- oder Gebäudeversicherung grundsätzlich nicht auf.

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