Ein rot-weißes Absperrband vor einem Polizeiauto. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa/dpa-Zentralbild/Robert Michael)

Zwei Tatverdächtige in Untersuchungshaft

Pforzheim: Anklage nach tödlichem Angriff auf 66-Jährigen

STAND

Mehr als ein Jahr nach einem tödlichen Angriff auf einen 66-Jährigen in Pforzheim hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen Tatverdächtigen erhoben. Sie wirft dem 36-Jährigen unter anderem versuchten Raub mit Todesfolge vor.

Der Tatverdächtige wurde im vergangenen Oktober in seinem Heimatland Italien festgenommen. Er soll dem 66-Jährigen im November 2020 vor dessen Wohnung in Pforzheim aufgelauert haben, um ihn auszurauben. Gemeinsam mit einem Komplizen habe er das Opfer von hinten überrascht, auf den Boden gestoßen und mehrfach gegen dessen Kopf getreten, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Das Duo sei dabei dunkel gekleidet und vermummt gewesen.

Der 66-Jährige wurde bei dem Angriff so schwer verletzt, dass er einige Tage später in der Klinik starb. Wer genau was gemacht habe, werde sich vermutlich erst in der Hauptverhandlung zeigen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Das sei für die Anklage aber erst einmal unerheblich.

Ermittlungen gegen mutmaßlichen Komplizen laufen

Eine Zeugin des Vorfalls hatte geschrien, so dass die Angreifer die Flucht ergriffen, noch bevor sie an Wertsachen gekommen seien. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte zwar den Tod seines Opfers nicht erwartet, jedoch "aus grober Achtlosigkeit verkannt" habe, dass es dazu kommen könnte.

Das Landgericht muss noch entscheiden, ob es ein Verfahren ansetzt. Gegen den 33-Jährigen mutmaßlichen Mittäter, der ebenfalls in Italien festgenommen wurde und in Untersuchungshaft ist, wurde bisher keine Anklage erhoben. Gegen ihn laufen noch Ermittlungen.

50.000 Euro waren als Belohnung ausgelobt

Nach dem gewaltsamen Tod des 66-Jährigen im Pforzheimer Laubgäßchen hatte die Polizei die Sonderkommission "Laub" gebildet. Im Rahmen der Ermittlungen waren auch 50.000 Euro als Belohnung für Hinweise, die zur Ermittlung der Täter führen, ausgelobt worden. Der Großteil davon stammte von privater Seite. Wie die Ermittler den beiden Tatverdächtigen auf die Spur kamen, ist allerdings noch nicht bekannt.

STAND
AUTOR/IN