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Es war eine Paradebeispiel für gelungene Integration - die Geschichte der syrischen Familie Al Daghli. Zusammen mit einem Unternehmer aus dem Ort hat Familienvater Abdelkarim jetzt eine Firma gegründet - für modische Mundschutzmasken.

Vor drei Jahren hat der SWR über das Schicksal der sechsköpfigen Familie berichtet: über ihre Flucht aus der Hölle von Aleppo nach Deutschland, wie sie in der Enzkreisgemeinde Wurmberg eine neue Heimat gefunden und sich drei Jahre später mit einer Änderungsschneiderei selbständig gemacht hat.

Mundschutzmasken am Fließband

Jetzt gönnt Abdulkarim Al Daghli seinen Nähmaschinen kaum noch eine Verschnaufpause. Normalerweise kürzt der 46-Jährige in seiner kleinen Wurmberger Nähstube Hosen, macht Kleider enger, schneidert auch schon mal einen Maßanzug. Doch seit einigen Wochen fertigt er auch dreilagige Mundschutzmasken am Fließband.

Seine Masken gibt es in allerlei Farben und Mustern – mit oder ohne Bügel – je nach Kundenwunsch. Hauptsache chic und modisch, sagt er. Das Geschäft boomt – und einen guten Anteil daran hat Bruno Söhnle. Der 80-jährige ehemalige Uhrenfabrikant hatte Al Daghlis Familie lange als Flüchtlingshelfer betreut. Als Corona kam und überall von fehlendem Mundschutz zu lesen war, schlug er ihm gleich vor, auch Masken zu nähen.

In seinen ehemaligen Geschäftsräumen hat Söhnle Platz für bis zu zehn Nähmaschinen, die jetzt nach und nach angeschafft werden sollen. Denn die neugegründete AlDaghli & Söhnle GmbH hat große Pläne. Sie will tausende modische Masken und Krankenhausbekleidung machen.

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