Junge Frau schaut auf einen Computer - Studentin aus ölbronn-Dürrn wird Landärztin (Foto: SWR)

Land stellt zusätzliche Studienplätze bereit

Ärztemangel auf dem Land: 22-Jährige Medizinstudentin will Landärztin werden

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AUTOR/IN
Christina Kist

Die 22-jährige Emily Jilinski aus Ölbronn hat zwar gerade erst mit ihrem Studium angefangen, weiß aber schon jetzt, dass sie Landärztin wird. Sie hat sich nämlich dazu verpflichtet.

Emily Jilinski aus Ölbronn-Dürrn (Enzkreis) studiert Medizin im ersten Semester und für sie ist das eine Besonderheit. Denn die 22-Jährige hat zwar Abitur, aber kein Einser-Abi. Das ist aber an den meisten Universitäten Voraussetzung für ein Medizinstudium, der sogeannte Numerus Clausus liegt für Medizin oft sogar bei 1,0.

Landarztquote soll ärztliche Versorgung auf dem Land sichern

Emily Jiliniski ist aber über ein landesweites Förderprogramm an ihr Medizinstudium gekommen, die sogenannte Landarztquote. Wegen des massiven Ärztemangels auf dem Land, hat Baden-Württemberg nämlich zusätzliche Studienplätze für angehende Landärzte geschaffen. Hierbei war die Abinote nicht das einzige Auswahlkriterium.

Außerdem gibt es bei dieser Förderung eine große Voraussetzung: Alle Studierenden verpflichten sich, nach Abschluss ihres Studiums, zehn Jahre lang als Allgemeinmediziner auf dem Land zu arbeiten. Sonst droht eine Vertragsstrafe von bis zu 250.000 Euro. Im Gegenzug können auch Menschen ohne Einser-Abitur Medizin studieren.

Medizin-Studentin lebt gerne auf dem Land

Emily Jilinski ist eine von 75 Studierenden, die vom Land ausgewählt wurden. Die Landarzt-Verpflichtung war für sie nie ein Hindernis. Jilinski lebt gerne auf dem Land und fühlt sich hier wohl.

"Landarzt und auch die Allgemeinmedizin ist mein Traum gewesen."

Von rund 450 eingegangenen Bewerbungen wurden 171 Bewerberinnen und Bewerber zu Auswahlgesprächen eingeladen. 75 von ihnen bekamen den Studienplatz.

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Christina Kist