Streuobst-Manager Klaus-Jürgen Ortlieb, die Geschäftsführerin der Streuobst-Stiftung Ina Werner und Kuppenheims Bürgermeister Karsten Mussler freuen sich über gesunde Obstbäume.  (Foto: SWR)

Zum Tag der Streuobstwiesen

Streuobst-Stiftung in Kuppenheim betreibt erfolgreich Klimaschutz

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Die Streuobstbestände gehen in Deutschland stark zurück – und mit ihnen die Lebensräume vieler Tiere und Pflanzen. In Kuppenheim bei Rastatt kümmert sich eine eigene Stiftung samt Streuobstmanager um die Bestände.

Gleich hinter dem Kuppenheimer Bahnhof fangen sie an. Die Streuobstwiesen der Gemeinde ziehen sich rund um den Ort. Momentan blüht es an allen Ecken und Enden und das freut Bürgermeister Karsten Mußler (parteilos).

"Seit über zehn Jahren betreiben wir hier aktiven Klimaschutz, indem wir unsere Streuobstbestände pflegen."

Und deshalb gibt es in Kuppenheim sogar eine eigene Streuobst-Stiftung, die über reichlich Kapital verfügt, so deren Geschäftsführerin Ina Werner. Derzeit sind es rund 850.000 Euro, mit denen die Bestände gepflegt werden. Mit dem Geld werden aber auch neue Grundstücke gekauft.

Streuobst-Stiftung in Kuppenheim als ökologischer Ausgleich

Die vermutlich einzige Streuobstwiesen-Stiftung weit und breit hat die Gemeinde Mercedes Benz zu verdanken. Der Autobauer weihte im Kuppenheimer Industriegebiet 2012 ein neues Presswerk ein. Als ökologische Ausgleichsmaßnahme schlugen die Kuppenheimer die Streuobst-Stiftung vor, in die Mercedes rund eine Million Euro einzahlte.

Das Mercedes-Presswerk im Kuppenheimer Industriegebiet. (Foto: SWR)
Das Mercedes-Presswerk im Kuppenheimer Industriegebiet.

Damit kann sich Kuppenheim sogar einen hauptamtlichen Streuobstmanager leisten. Klaus-Jürgen Ortlieb kümmert sich um die Bestände, hält Obstbau- und Baumwartlehrgänge ab und kümmert sich um die Grundstückseigentümer.

Hauptamtliche Streuobstmanager haben nur wenige Gemeinden

Während anderswo immer mehr alte Streuobstbestände verwahrlosen, sorgt die Stiftung mit ihrem Streuobstmanager dafür, dass sie auf Kuppenheimer Gemarkung möglichst erhalten bleiben, so Bürgermeister Karsten Mußler. Und genau dafür hat er einen hauptamtlichen Mitarbeiter eingestellt.

Übrigens: Das Obst, das nicht verzehrt wird, verarbeitet die Lebenshilfe Rastatt-Murgtal zu Saft, den die Gemeinde ihr dann wieder abkauft, um ihn den Kindergärten und Schulen zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise lernen schon die Jüngsten die Bedeutung der Streuobstwiesen kennen, sagt Bürgermeister Mußler. Und das scheint Früchte zu tragen, denn inzwischen interessieren sich immer mehr junge Kuppenheimer für die Streuobstbestände der Gemeinde.

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