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Um die Entsorgung von freigemessenem Schutt aus dem Rückbau des Atomkraftwerks Philippsburg gibt es Streit. So klagt die EnBW gegen den Enzkreis, weil der den Schutt aus Philippsburg ablehnt.

Der Enzkreis will den Beton aus Philippsburg nicht annehmen, die Deponie habe dafür keine Genehmigung, heißt es. Die EnBW sieht das anders und hat Klage eingerericht. Grundsätzlich wäre für den Schutt aus Philippsburg der Landkreis Karlsruhe zuständig. Weil der aber keine geeignete Deponie hat, wurde die Verantwortung in einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung an den Enzkreis weiter gegeben.

Enzkreis will keinen Betonschutt aus Philippsburg

Konkret geht es um die Betonreste, die beim Rückbau in Philippsburg anfallen. Der Landkreis Karlsruhe spricht von rund 65.000 Tonnen, der Enzkreis nennt keine Zahlen. Die EnBW geht von einer Größenordnung im “niedrigen fünfstelligen Bereich” aus.

Eigentlich wäre der Landkreis Karlsruhe zuständig

Weil der Landkreis Karlsruhe keine geeignete Bauschuttdeponie mehr besitzt, hat er vor 17 Jahren eine so genannte öffentlich- rechtliche Vereinbarung mit dem Enzkreis getroffen. Darin wird festgelegt, dass der Enzkreis Bauschutt aus dem Landkreis Karlsruhe deponiert, und zwar in Maulbonn auf der Deponie Hamberg.

Am “freigemessenen” Müll scheiden sich die Geister

Der so genannte “freigemessene” Abfall macht rund ein bis drei Prozent beim Rückbau eines Atommeilers wie Philippsburg aus. Er fällt nicht mehr unter den Begriff Atommüll und muss deponiert werden.

Daran stören sich Politiker und besorgte Bürger. Und selbst Ärzte sehen das zum Teil ganz anders: Denn der Schutt strahlt immer noch ein ganz kleines bisschen und es ist ein Expertensttreit, ob das vielleicht doch gesundheitsgefährdend sein könnte.

Der Rückbau-Schutt aus Philippsburg ist ein Politikum, auch im Enzkreis. Das ist der eigentliche Grund, warum dort niemand begeistert ist bei dem Gedanken, die Reste von Philippsburg auf der Deponie Hamberg bei Maulbronn zu lagern.

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